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techi+1techitechiDie Aktien der SoftBank Group sind am Montag im Tokioter Handel um bis zu 13 Prozent eingebrochen. Dies markiert den stärksten Rückgang seit fast drei Monaten, nachdem die CEOs von Anthropic und OpenAI dazu aufgerufen haben, das Tempo bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz zu drosseln, und OpenAI-Chef Sam Altman einen Börsengang für 2026 ausschloss.
Der Ausverkauf, der dazu führte, dass die Aktie aufgrund einer Flut von Verkaufsaufträgen in den ersten 19 Minuten des Handels nicht gehandelt werden konnte, trifft den Kern der Strategie von SoftBank. Der japanische Konzern hat 64,6 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, wobei der Wert dieser Wette stark vom Wachstumskurs des KI-Unternehmens und einem möglichen Börsengang abhängt.
Der Auslöser kam am Wochenende. Am Samstag veröffentlichte Anthropic-CEO Dario Amodei einen 3.800 Wörter umfassenden Essay mit dem Titel "We Must Pace the Frontier", in dem er einen Drei-Stufen-Plan zur Drosselung des KI-Fortschritts vorschlug. Zu seinen Vorschlägen gehören unabhängige Überwachungsinstanzen in KI-Laboren, die Koordinierung von Sicherheitsstandards zwischen Unternehmen in demokratischen Ländern sowie die Verfolgung einer globalen Regulierung.nytimes+3
Stunden später erklärte Altman, er stimme Amodei zu. "Ich stimme Dario zu, dass wir das Tempo an der Front drosseln müssen", schrieb Altman und fügte laut TechCrunch hinzu, dass das Thema "in den letzten Wochen bei OpenAI ein Hauptdiskussionspunkt war". Auch Demis Hassabis von Google DeepMind äußerte laut der New York Times Zustimmung.techcrunch+1
In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit Fortune sagte Altman zudem, dass OpenAI in diesem Jahr nicht an die Börse gehen werde. "Ich halte es angesichts der aktuellen Sicherheitsdiskussionen für einen unklugen Zeitpunkt, an die Börse zu gehen", so Altman. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt ergänzte er: "Ich würde sagen, nicht 2026".engadget+2
Als der Handel in Tokio am Montag begann, eröffneten die SoftBank-Aktien mit einer Kurslücke bei 5.926 Yen, was einem Minus von 9,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 6.540 Yen entsprach, bevor sie auf bis zu 5.720 Yen fielen. Bloomberg berichtete, dass der Rückgang 13 Prozent erreichte, der stärkste seit einem ähnlichen Einbruch am 26. Juni, als erste Berichte über eine Verzögerung des OpenAI-Börsengangs auftauchten.bloomberg+1
Der Schaden war konzentriert. TSMC Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited fiel um lediglich 1 Prozent, während SK hynix in Seoul um etwa 6 Prozent nachgab und Kioxia in Tokio 7,2 Prozent verlor. Die Diskrepanz verdeutlicht, dass die Bewertung von SoftBank einzigartig an die Aussichten von OpenAI geknüpft ist und nicht an die allgemeine Nachfrage nach KI-Hardware.techi
Die Verzögerung des Börsengangs ist besonders folgenschwer, da die neuesten OpenAI-Aktien von SoftBank Vorzugsaktien sind, die erst bei einem Börsengang in Stammaktien umgewandelt werden können. Damit hält das Unternehmen eine große private Beteiligung ohne absehbares Liquiditätsereignis.techi
Die Marktturbulenzen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Bilanz von SoftBank. Das Unternehmen muss am Dienstag 25,9 Milliarden Dollar zurückzahlen, den verbleibenden Restbetrag eines 40-Milliarden-Dollar-Überbrückungskredits zur Finanzierung der OpenAI-Investition, vor dessen Fälligkeit im März 2027. Die letzte Tranche von 10 Milliarden Dollar an OpenAI ist am 1. Oktober fällig.bloomberg+2
SoftBank sicherte sich separat einen Kredit über 11,87 Milliarden Dollar zur Unterstützung der OpenAI-Investition und übertraf damit das ursprüngliche Ziel von 10 Milliarden Dollar, wie aus einem Bericht unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen hervorgeht. Das Unternehmen hält zudem diese Woche Investorentreffen in New York ab, um das Interesse an einer möglichen Junk-Bond-Emission im Volumen von 10 bis 20 Milliarden Dollar auszuloten.techflowpost+2
Ob sich der Ausverkauf vom Montag als vorübergehender Schock oder als dauerhafte Neubewertung erweist, könnte davon abhängen, wie konkret OpenAI und seine Wettbewerber das "Tempo an der Front" definieren und ob SoftBank seine Schulden problemlos refinanzieren kann, während seine größte Investition privat bleibt und die Wachstumsaussichten neu bewertet werden müssen.