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slguardianaljazeera+1aljazeeraChinas sorgfältig gesteuerter Abbau seiner Ölreserven, der dazu beigetragen hatte, die Weltwirtschaft vor den schlimmsten Auswirkungen des US-Iran-Konflikts zu schützen, weicht nun einer prekäreren Phase, da der weltweit größte Rohölimporteur in einen immer enger werdenden Markt zurückgedrängt wird.
Vor Beginn des Krieges Ende Februar importierte China etwa 12 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und hatte seine strategischen und kommerziellen Lagerbestände auf geschätzte 1,4 Milliarden Barrel aufgestockt. Als der Iran die Straße von Hormus blockierte, reagierte Peking mit einer drastischen Kürzung der Importe und dem Rückgriff auf diese Reserven, was dazu beitrug, einen noch stärkeren Anstieg der Weltmarktpreise zu verhindern. Laut der U.S. Energy Information Administration lag Chinas Rohölimport im zweiten Quartal bei durchschnittlich nur 8,1 Millionen Barrel pro Tag, was etwa 32 Prozent unter dem ersten Quartal liegt.aljazeera+1
Doch diese Zurückhaltung schwindet. Die Importe stiegen im August auf etwa 8,9 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit 7,1 Millionen im Juni, da die Raffinerien ihre Produktion hochfuhren und Peking die Beschränkungen für den Export von raffinierten Kraftstoffen lockerte. Bob McNally, Gründer der Rapidan Energy Group, sagte, China beende nun seine "Sparmaßnahme", wobei die erneuten Käufe mit der Schließung der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline nach Angriffen durch vom Iran unterstützte Milizen im Irak zusammenfallen.dailycaller+1
Die Stilllegung der Pipeline beseitigte eine entscheidende alternative Route für Rohöl aus dem Nahen Osten, nachdem die Straße von Hormus blockiert worden war. Die Shanghai-Öl-Futures stiegen am Mittwoch auf 129 Dollar pro Barrel und übertrafen damit ihren bisherigen Höchststand aus Kriegszeiten, während der Brent-Spotpreis 146 Dollar pro Barrel erreichte. Energy Aspects schätzt, dass dem Markt täglich etwa 5 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Kraftstoffe fehlen.slguardian
Chinesische Raffinerien haben sich um russisches ESPO-Rohöl bemüht, wobei die Importe auf dem Seeweg aus Russland laut Kpler-Daten im August 1,68 Millionen Barrel pro Tag erreichten. Doch Russland, Lateinamerika und Afrika können die Lücke nur teilweise füllen. "Insbesondere bei Rohöl versuchen sie, jedes verfügbare Angebot auf dem Markt zu bekommen", sagte der Energieanalyst Marc Ayoub gegenüber Al Jazeera. "Das wird den Druck erhöhen und die Preise weiter in die Höhe treiben."aljazeera
Die Ölverknappung hat die diplomatischen Einsätze vor dem geplanten Treffen zwischen Präsident Xi Jinping und Präsident Donald Trump am 24. September in Washington erhöht. Der chinesische Außenminister Wang Yi traf am Mittwoch in Peking seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi und drängte alle Parteien dazu, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass die Gespräche zwischen Xi und Trump auch Diskussionen über den Iran und Chinas finanzielle Beziehungen zu Teheran beinhalten würden.forbes+2
The New York Times berichtete, dass Chinas Wandel zur Energiemacht – mit riesigen Reserven, ausgebauten Raffineriekapazitäten und der schnellen Einführung von Elektrofahrzeugen – das geopolitische Kalkül verändert habe. Julian Gewirtz, ein ehemaliger Beamter der Biden-Regierung, warnte, dass, wenn Pekings Führung zu dem Schluss komme, dass ihre Energieabhängigkeit geringer sei als bisher angenommen, "dies tiefgreifend ist und einer der Schlüssel dazu, wie China Entscheidungen über seine globale Strategie trifft."nytimes