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spglobal+1sedailyenergyconnectsDer Preis für Brent-Rohöl stieg am 23. Juli zum ersten Mal seit zwei Monaten über 100 US-Dollar pro Barrel. Zuvor hatten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen. Dies eröffnet eine neue Front im breiteren Nahostkonflikt und bedroht neben der bereits beeinträchtigten Straße von Hormus ein zweites kritisches Nadelöhr der Schifffahrt.
Die Huthis behaupteten am 22. Juli, sie hätten die unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Tanker Encelia und Laylia mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen beschossen. Als Grund nannten sie den Verstoß der Schiffe gegen eine von der Gruppe verhängte Blockade gegen Saudi-Arabien. Die saudi-arabische Transportbehörde bestätigte den Angriff auf die Encelia am 23. Juli und erklärte, der Treffer habe einen Brand am Bug des Schiffes verursacht, die Besatzung sei jedoch in Sicherheit. Auch die britische Beobachtungsstelle für den Seeverkehr (UKMTO) bestätigte, dass ein Tanker von einem „unbekannten Projektil“ getroffen worden sei.nytimes+2
Die September-Futures für Brent-Rohöl an der ICE schlossen am 23. Juli mit einem Plus von 6,62 US-Dollar oder 7 Prozent bei 100,69 US-Dollar pro Barrel, dem höchsten Schlusskurs seit dem 22. Mai. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) schloss 6,2 Prozent höher bei 92,19 US-Dollar. Die Angriffe waren die ersten Schläge der Huthis gegen die Schifffahrt im Roten Meer seit Juli 2025.spglobal+2
Der Preissprung verstärkte die bereits bestehenden Sorgen über die Versorgungslage. Der Verkehr durch die Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent des weltweiten Öls und Flüssiggases transportiert werden, ist seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Ende Februar 2026 fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Bab-al-Mandab-Meerenge am südlichen Zugang zum Roten Meer, die nun ebenfalls bedroht ist, gilt nach Hormus als zweitwichtigster Schifffahrtsweg für Öl. Laut der Associated Press erfolgten die Angriffe, während das US-Militär die zwölfte Nacht in Folge Angriffe gegen den Iran flog.apnews+3
Zusammen wickeln die beiden Nadelöhre einen erheblichen Teil des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg ab. Laut CNBC war Brent bis zum Handel am Freitagmorgen auf Kurs für ein Wochenplus von rund 13,5 Prozent.cnbc
Die Ölpreise gaben am 24. Juli deutlich nach, nachdem Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam erklärt hatte, es werde „keine vollständige Schließung“ der Bab-al-Mandab-Meerenge geben. Er bezeichnete die Kampagne als „eine begrenzte Seeblockade, die nur Saudi-Arabien betrifft“. Brent fiel nach dieser Nachricht im Tagesverlauf um mehr als 4 Prozent und notierte bei 95,83 US-Dollar.sedaily
Bloomberg berichtete, dass Analysten trotz des Rückgangs weitere Aufwärtsrisiken sehen. „Der Weg des geringsten Widerstands zeigt weiterhin nach oben“, sagte Chris Weston, Forschungsleiter bei der Pepperstone Group. Er prognostizierte, dass Brent 110 US-Dollar erreichen könnte, es sei denn, „wir sehen eine deutliche Bewegung hin zu zweiseitigen Verhandlungen und einen klaren Weg“ zum Frieden. Jay Hatfield, CEO von Infrastructure Capital Management, warnte, dass der Ölpreis bei einem anhaltend minimalen Schiffsverkehr im Roten Meer auf 120 US-Dollar steigen könnte.energyconnects
China, der größte Abnehmer von iranischem Öl, bemüht sich um diplomatische Lösungen. Außenminister Wang Yi forderte alle Parteien auf, nicht zu einer „Anwendung von Gewalt zurückzukehren“. Analysten bleiben jedoch skeptisch, was den Einfluss Pekings auf die Konfliktparteien betrifft.china-mission+2