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reutersworldoil+1energynowDie Vereinigten Arabischen Emirate sind am 1. Mai 2026 offiziell aus der OPEC und der OPEC+ ausgetreten. Damit endete eine fast 59-jährige Mitgliedschaft im Kartell der Erdölproduzenten, was dem Golfstaat nun erlaubt, eine aggressive Produktionsausweitung ohne Quotenbeschränkungen zu verfolgen. In den Monaten seither hat die Abu Dhabi National Oil Company schnell gehandelt, um ihre neue Freiheit zu nutzen: Sie vergab neue Projektaufträge im Wert von Dutzenden Milliarden Dollar und steigerte die Rohölverkäufe auf dem Spotmarkt.
Die VAE hatten ihren Austritt am 28. April 2026 angekündigt und sind damit der größte Ölproduzent, der die OPEC je verlassen hat. Mit einer Produktion von rund 3,4 Millionen Barrel pro Tag vor dem Austritt machte das Land etwa 12 Prozent der Gesamtproduktion des Bündnisses aus. Energieminister Suhail Al Mazrouei erklärte damals gegenüber CNBC, die VAE hätten sich für den Austritt zu einem Zeitpunkt entschieden, an dem er für andere Produzenten am wenigsten störend sei. Er verwies dabei auf Lieferengpässe infolge des anhaltenden Konflikts unter Beteiligung des Iran, der den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt hatte.enerdata+3
Der Rückzug war die Folge jahrelanger Spannungen über Förderquoten, die nach Ansicht von Abu Dhabi weit unter der tatsächlichen Kapazität des Landes lagen. Die VAE streben bis 2027 eine Kapazität von 5 Millionen Barrel pro Tag an.cnbc+2
Nur wenige Tage nach dem Inkrafttreten des Austritts kündigte ADNOC Pläne an, zwischen 2026 und 2028 Projektaufträge im Wert von bis zu 55 Milliarden Dollar zu vergeben. Dies ist Teil eines bestehenden Investitionsprogramms von 150 Milliarden Dollar bis 2030. CEO Sultan Al Jaber erklärte, der OPEC-Austritt gebe dem Unternehmen mehr Möglichkeiten, Investitionen zu beschleunigen, zu expandieren und Werte zu schaffen. Er stellte dies als im Einklang mit den industriellen und wirtschaftlichen Entwicklungszielen des Landes dar.worldoil+2
Die Ankündigung fiel mit einem Treffen der OPEC+ am 3. Mai zusammen, bei dem eine von Beobachtern als bescheiden und symbolisch bezeichnete Erhöhung der Förderquoten für Juni beschlossen wurde. Vor Kurzem gab ADNOC Gas zudem Pläne bekannt, mehr als 8 Milliarden Dollar in den Ausbau der Gasproduktionskapazitäten zu investieren, wobei das Unternehmen auf die steigende Nachfrage durch Rechenzentren und das Bevölkerungswachstum setzt.energynow+2
Laut Reuters Thomson Reuters Corporation hat ADNOC seit Juni in sieben Ausschreibungen mindestens 94 Millionen Barrel Öl zur Lieferung bis Oktober verkauft. Dies signalisiert eine rasche Belebung der Marktaktivität, die nun nicht mehr durch die OPEC-Abstimmung eingeschränkt ist. Die Schritte markieren ein neues Kapitel für den staatlichen Ölkonzern, der sich von einem an Quoten gebundenen OPEC-Mitglied zu einem unabhängigen globalen Energiekonkurrenten wandelt, der Wachstum zu seinen eigenen Bedingungen anstrebt.reuters