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reuterswoodmacdevdiscourseDie Aluminiumbestände an der London Metal Exchange sind auf den niedrigsten Stand seit 1990 gefallen. Seit Anfang 2026 haben sie sich auf nur noch 250.000 Tonnen halbiert, da Lieferkettenunterbrechungen infolge des Iran-Konflikts den globalen Markt für das Leichtmetall weiter verknappen.
Reuters berichtete am Mittwoch, dass der Abbau der registrierten LME-Bestände die „durch den Iran-Krieg verursachten Störungen der Lieferketten“ verdeutlicht. Die Produktion in der Golfregion ist seit Beginn der militärischen Kampagne der USA und Israels Anfang März drastisch zurückgegangen. Laut Wood Mackenzie könnte der Konflikt im Jahr 2026 zwischen 3 und 3,5 Millionen Tonnen der weltweiten Aluminiumproduktion vom Markt nehmen, der im Jahr 2025 noch knapp 74 Millionen Tonnen umfasste.alcircle+2
Trotz der historischen Knappheit halten sich die Preise bislang in Grenzen. Die Marktteilnehmer zeigen sich optimistisch, dass sich das Angebot letztlich erholen wird, gestützt auf Berichte über Fortschritte in der Schmelzhütte Al Taweelah in den VAE sowie steigende Lieferungen aus Indonesien und China. Dennoch erreichte die kurzfristige Backwardation, also der Aufschlag für sofort lieferbares Aluminium gegenüber Dreimonatskontrakten, Anfang des Jahres ein 19-Jahres-Hoch, da verfügbares Metall knapp wurde.devdiscourse+1
Die täglichen Positionsberichte der LME zeigen, dass ein einziger Marktteilnehmer in dieser Woche 80 bis 90 Prozent aller zertifizierten Aluminiumbestände hielt, wobei die Lagerbestände größtenteils aus russischem Metall bestehen. Auch die indischen Bestände im LME-System sind drastisch zurückgegangen, was das Angebot weiter in wenigen Händen konzentriert. Diese Dynamik dürfte die Handelsregeln der Börse auf die Probe stellen, da der Druck auf die Lagerbestände zunimmt.mezha+1
Der Engpass bei Aluminium ist Teil eines größeren Musters von Lieferkettenrisiken, die durch den Nahostkonflikt offengelegt wurden. Der im Juli veröffentlichte Global Critical Minerals Outlook 2026 der Internationalen Energieagentur (IEA) hob hervor, dass die Region rund ein Viertel des weltweiten Schwefelbedarfs deckt und Handelsrouten beherbergt, über die die Hälfte der weltweiten Schwefelexporte auf dem Seeweg transportiert werden. Die Störungen betreffen zahlreiche Branchen, von Düngemitteln und Halbleitern bis hin zur Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie.arabnews+1
Die historisch größte Freigabe von Ölreserven durch die IEA-Mitgliedsländer im März half zwar, einige Marktstörungen abzufedern, doch kritische Mineralien lassen sich weitaus schwerer kurzfristig ersetzen. Wie ein Analyst von Kpler im Juli anmerkte, hat die „Kriegsprämie“ bei Aluminium die Preise auf Mehrjahreshöchststände getrieben und weitreichende Verlagerungen der Lieferketten weg von der Golfregion erzwungen.slideshare+1