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Reutersturkiyetodayeconomictimes+1Die großen Zentralbanken steuern auf einen entscheidenden geldpolitischen Zyklus im September mit einer falkenhaften Tendenz zu. Grund dafür sind die Energiepreisschocks infolge des Nahostkonflikts, die die Bemühungen erschweren, die Inflation wieder auf den Zielwert zu bringen. Während von der Europäischen Zentralbank allgemein eine Zinserhöhung erwartet wird, wächst auch der Druck auf die Federal Reserve, und die Bank of Korea hat bereits mit einer zweiten Zinserhöhung in Folge reagiert.
Es wird allgemein erwartet, dass die EZB ihren Einlagensatz auf ihrer Sitzung am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 % anheben wird. Laut einer Reuters-Umfrage prognostizieren dies 83 % der Befragten. Diese Entscheidung wäre die zweite Zinserhöhung der Zentralbank seit Juni, als sie als Reaktion auf die durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran angeheizte Inflation die Zinsen zum ersten Mal seit 2023 angehoben hatte.CNBC+1
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte im Juli, dass „die volle Wirkung des Energieschocks“ noch nicht zu spüren sei, während einige Ratsmitglieder bereits auf dieser Sitzung auf eine sofortige Zinserhöhung drängten. Die Inflation in der Eurozone stieg im Juli nach vorläufigen Eurostat-Daten auf 2,9 %, verglichen mit 2 % im Vorjahr. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen stieg am Freitag auf 3,27 % und erreichte damit den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt, da die Rentenmärkte einen strafferen Zinspfad einpreisten.turkiyetoday+2
Die Federal Reserve beließ die Zinsen im Juli in einer mit 9 zu 3 Stimmen gespaltenen Entscheidung auf einem Niveau von 3,5 % bis 3,75 %, wobei drei abweichende Mitglieder für eine Erhöhung stimmten. Die Strategen von J.P. Morgan Wealth Management erwarten nun eine Anhebung um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 15. und 16. September und verweisen auf anhaltende Lieferkettenstörungen sowie Zweifel der Anleger an der Entschlossenheit der Fed, die Inflation einzudämmen. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 % ein, dass die Fed die Füße stillhält, wenngleich die Erwartungen für mindestens eine Zinserhöhung bis zum Jahresende hoch bleiben.chase+2
Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, wird am Freitag seine erste Rede auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole halten. Anleger erhoffen sich davon Signale für den künftigen geldpolitischen Kurs.economictimes
Die Bank of Korea hat ihren Leitzins am 27. August um 25 Basispunkte auf 3,00 % angehoben. Dies war die zweite Erhöhung in Folge und der erste aufeinanderfolgende Zinsschritt seit Anfang 2023. Die Entscheidung spiegelte die anhaltende Inflation wider: Die Verbraucherpreise stiegen im Juli im Jahresvergleich um 2,8 %. Hinzu kam ein beispielloser Halbleiter-Boom, der das Bruttonationaleinkommen im zweiten Quartal um 15,6 % im Jahresvergleich in die Höhe trieb: das stärkste Wachstum seit mehr als 38 Jahren.reuters+1
Die Bank of Japan wird ihre nächste Entscheidung voraussichtlich am 18. September bekannt geben, nachdem sie die Zinsen im Juni auf 1 % angehoben hatte. Die Märkte erwarten eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte. Bei der Bank of Canada wird mit einem Verharren bei 2,25 % gerechnet, während auch bei der Bank of England davon ausgegangen wird, dass sie vorerst abwartet, da der Inflationsdruck aus dem Nahostkonflikt die Aussichten trübt.turkiyetoday