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pnas+1medicalxpress+1medicalxpressEin neugeborenes Neuron erbt nicht einfach eine fertige Identität von der Stammzelle, die es hervorgebracht hat. Stattdessen konstruiert es diese Identität während eines kurzen Zeitfensters direkt nach seiner letzten Zellteilung, wenn die regulatorische Landschaft seiner DNA eine dramatische Umgestaltung erfährt. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die am 19. August 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht und diese Woche vom Stowers Institute for Medical Research hervorgehoben wurde.medicalxpress+1
Die Forschung unter der Leitung von Assistant Investigator Neşet Özel erstellte den bisher detailliertesten Entwicklungsatlas des visuellen Systems der Fruchtfliege und verfolgte dabei 232.251 einzelne Zellen über mehrere Stadien der Gehirnentwicklung hinweg.technologynetworks+1
Das Team stellte fest, dass viele der DNA-Schalter, bekannt als Enhancer, die den Typ eines Neurons definieren, in der Stammzelle vollständig geschlossen waren. Sie öffneten sich erst, nachdem das Neuron seine letzte Teilung abgeschlossen hatte, was bedeutet, dass das Neuron kein fertiges Identitätsprogramm mit sich führte.pnas+1
"Die DNA-Landschaft wird in den ersten Stunden des Lebens eines Neurons dramatisch umgestaltet", sagte Özel. "Das sagt uns, dass Identität nicht einfach von der Stammzelle kopiert wird. In gewisser Weise wird sie während einer spezifischen kritischen Periode berechnet."technologynetworks
Selbst wenn dasselbe regulatorische Protein sowohl in einer Stammzelle als auch in ihrem neuronalen Nachkommen auftauchte, zeigte die Studie, dass es vor und nach der Teilung durch völlig unterschiedliche DNA-Schalter aktiviert werden konnte. "Dasselbe Protein würde in der Vorläuferzelle etwas völlig anderes tun, und das Genom reagiert nicht auf die gleiche Weise darauf wie im Neuron", sagte Özel.medicalxpress
Anstatt eines einzigen Hauptregulators, der das Schicksal der Zelle bestimmt, enthüllte der Atlas, dass jeder Neuronentyp seine eigene Kombination regulatorischer Inputs verwendet. Derselbe Transkriptionsfaktor konnte je nach Neuron weitgehend unterschiedliche Gengruppen steuern, und dasselbe Gen konnte durch verschiedene Enhancer auf unterschiedliche Transkriptionsfaktoren reagieren.pnas+1
"Stattdessen hatte fast jeder Neuronentyp seine eigene Verschaltung", sagte McKenzie Treese, Erstautorin der Studie und Computational Biology Scholar im Özel-Labor.medicalxpress
Die Sammlung zugänglicher Schalter in einer bestimmten Zelle war so spezifisch, dass sie fast wie ein Fingerabdruck der neuronalen Identität fungieren konnte.technologynetworks
Die Ergebnisse sind von Bedeutung für die Bemühungen zur Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, ALS und Glaukom, die alle mit dem Verlust spezifischer Neuronentypen einhergehen. Die Erzeugung von Ersatz erfordert nicht nur das Wissen darüber, welche Gene ein Neuron definieren, sondern auch, wie und wann diese Gene aktiviert werden.medicalxpress+1
"Wir versuchen zu verstehen, wie es im Genom geschrieben steht und wie man diese Informationen nutzen könnte, um die Zellen herzustellen, die die Medizin am dringendsten benötigt", sagte Özel.technologynetworks