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economictimes+1reutersreutersJapanische Anleger haben in der Woche zum 18. Juli ausländische Anleihen im schnellsten Tempo seit fast drei Monaten verkauft, da ein rasanter Anstieg der Rohölpreise über 100 Dollar je Barrel die Inflationsängste neu entfacht und die Erwartungen verstärkt hat, dass die weltweiten Zinssätze länger als erwartet erhöht bleiben werden.
Am Freitag vom japanischen Finanzministerium veröffentlichte Daten zeigten, dass Investoren per Saldo ausländische Anleihen im Wert von 970,5 Milliarden Yen (5,92 Milliarden Dollar) abstoßen, was dem größten wöchentlichen Nettoabzug seit dem 25. April entspricht. Angeführt wurde der Verkauf von langfristigen Schuldtiteln mit 714,4 Milliarden Yen, während die Nettoweiterverkäufe kurzfristiger ausländischer Anleihen bei 256,1 Milliarden Yen lagen.economictimes+2
Die Kapitalabziehung fiel mit einer drastischen Eskalation der Spannungen im Nahen Osten zusammen. Die Vereinigten Staaten hatten neue Angriffe auf den Iran gestartet, nachdem vom Teheran unterstützte Houthi-Reben Öltanker im Roten Meer angegriffen hatten, wodurch Brent-Rohöl am Donnerstag zum ersten Mal seit Mai die Marke von 100 Dollar je Barrel knackte. Reuters berichtete, dass Brent-Futures am Mittwoch mit einem Plus von 7 Prozent bei 100,69 Dollar je Barrel schlossen, bevor sie am Donnerstag weiter zulegten.enca+1
Der Ölpreissprung verstärkte die Sorgen vor einer anhaltenden globalen Inflation. Die Weltbank hatte im April prognostiziert, dass die Energiepreise im Jahr 2026 um 24 Prozent steigen und Brent im Jahresdurchschnitt bei 86 Dollar je Barrel liegen wird, was die Inflation anheizt und das Wachstum bremst. Die jüngste Eskalation hat die Preise weit über diese Prognosen hinausgetrieben.worldbank
Japanische Investoren waren zudem zum ersten Mal seit fünf Wochen Nettoverkäufer ausländischer Aktien und trennten sich von 121,3 Milliarden Yen, da der Abverkauf von Chip-Aktien die globalen Märkte belastete.zawya
Der Anleihenverkauf erfolgte, während der Yen gegenüber dem Dollar auf ein 40-Jahres-Tief abrutschte. Die Währung erreichte laut der Zeitung Japan Times am Donnerstagabend japanischer Zeit 163,99 pro Dollar und markierte damit den schwächsten Stand seit 1986.japantimes+1
Das US-Finanzministerium hatte am Mittwoch gewarnt, dass die anhaltende Schwäche des Yen unerwünscht sei, und angemerkt, dass die Währung zwischen Ende 2011 und Ende April 2026 real effektiv um 51 Prozent gefallen war. Washington forderte die Bank of Japan auf, die Zinsen weiter anzuheben, womit Investoren angesichts möglicher japanischer Interventionen in Alarmbereitschaft gehalten werden.investinglive+2
In derselben Woche reduzierten auch ausländische Anleger ihre Bestände an japanischen Anleihen und verzeichneten Nettoabflüsse von 490,7 Milliarden Yen, den größten wöchentlichen Abfluss seit drei Wochen. Dabei verkauften einige ausländische Halter 185,1 Milliarden Yen an langfristigen japanischen Anleihen und 305,6 Milliarden Yen an kurzfristigen Schuldtiteln.economictimes+1
Diese Verkaufswelle markierte eine Kehrtwende gegenüber der Vorwoche, als japanische Investoren noch netto 1,09 Billionen Yen in langfristige ausländische Anleihen und 745,7 Milliarden Yen in kurzfristige ausländische Schuldtitel gesteckt hatten.japantimes