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bloomberg+1blockonomibusinesstimesChinas Wirtschaftswachstum ist zu Beginn des dritten Quartals weiter hinter das Jahresziel der Regierung zurückgefallen. Goldman Sachs schätzt, dass sich das BIP-Wachstum auf etwa 4 Prozent verlangsamt hat, was die Erwartungen verstärkt, dass die Politik bald neue geldpolitische Stimuli bereitstellen wird.
Hui Shan, Chef-China-Ökonomin bei Goldman, erklärte in einem am 23. August veröffentlichten Bericht, dass das Wachstum zu Beginn des dritten Quartals im Jahresvergleich bei etwa 4 Prozent lag. Das ist ein Rückgang von 4,3 Prozent im zweiten Quartal und liegt deutlich unter dem Jahresziel Pekings von 4,5 bis 5 Prozent. Shan beschrieb die Schwäche als „nachfragebedingt“ und merkte an, dass „die Verlangsamung im Juli besorgniserregender ist als die im April, da sie von einem niedrigeren Ausgangsniveau ausging und Bereiche traf, die zuvor widerstandsfähig schienen.“bloomberg+1
Die Einschätzung folgte auf offizielle Juli-Daten, die eine breit angelegte Abkühlung zeigten. Die Industrieproduktion wuchs um 4,5 Prozent, nach 5,3 Prozent im Juni, während die Einzelhandelsumsätze nur um 0,6 Prozent zulegten. Die Anlageinvestitionen fielen bis Juli um 6,7 Prozent, und die Immobilieninvestitionen brachen um 19,2 Prozent ein, da sich die Krise im Immobiliensektor weiter verschärfte. Die Jugendarbeitslosigkeit der 16- bis 24-Jährigen stieg auf 17,9 Prozent, den höchsten Stand seit 11 Monaten.blockonomi
Die Schätzung von Goldman gehört zu den pessimistischsten, aber auch andere globale Banken äußerten ähnliche Bedenken. Die Macquarie Group erklärte, die Juli-Daten deuteten darauf hin, dass das monatliche BIP-Wachstum bei etwa 4,2 Prozent lag, während BNP Paribas die Expansion auf 4,1 Prozent bezifferte. BNP-Ökonomen unter der Leitung von Jacqueline Rong warnten: „Wenn das BIP-Wachstum im August und September selbst bei größeren fiskalischen Anstrengungen weiterhin bei oder sogar unter 4 Prozent verharrt, ist das Erreichen des Jahreswachstumsziels gefährdet.“ Sie fügten hinzu, dass die Politik voraussichtlich „Ende September oder Anfang Oktober neue Anreize einführen“ werde.businesstimes
Eine Senkung des Mindestreservesatzes gilt kurzfristig als der wahrscheinlichste Schritt, wobei Analysten eine solche Maßnahme im vierten Quartal erwarten, um Liquidität zuzuführen. Die chinesische Volksbank hat ihren Leitzins und den Mindestreservesatz seit über einem Jahr nicht mehr gesenkt.businesstimes
Ministerpräsident Li Qiang forderte die Regierung am 17. August auf, sich zu „bemühen, die Jahresziele zu erreichen“. Seither haben Beamte erklärt, dass sie Zinszuschüsse für Kredite und zusätzliche Finanzierungshilfen für Unternehmen und Verbraucher prüfen. Führende Politiker haben jedoch nur schrittweise Maßnahmen vorgeschlagen und wenig Dringlichkeit für entschlossenere Schritte erkennen lassen.businesstimes
Hui Shan von Goldman warnte, dass Pekings Fokus auf technologische Innovation und High-Tech-Fertigung kaum nachhaltige Nachfrageimpulse schaffen dürfte. „Kommende Maßnahmen könnten der Regierung zwar helfen, das diesjährige Wachstumsziel zu erreichen, sie bleiben jedoch weitgehend angebotsorientiert und dürften keine dauerhafte Dynamik erzeugen“, sagte sie.businesstimes