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reuters+1apnews.com+1apnews.com+1Eine Marmorbüste Christi, die seit Jahrhunderten in einer der ältesten Basiliken Roms steht, wurde am Mittwoch als ein Werk Michelangelos bezeichnet. Dies entfachte eine heftige Debatte unter Renaissance-Gelehrten über die jüngste angebliche Zuschreibung an einen der am häufigsten imitierten Künstler der Geschichte.
Die unabhängige Forscherin Valentina Salerno präsentierte ihre Ergebnisse auf einer Pressekonferenz in der Basilika Sant'Agnese fuori le mura an der antiken Via Nomentana in Rom. Sie argumentierte, dass die Skulptur, die Christus den Erlöser darstellt, von Michelangelo Buonarroti geschaffen wurde und ihre Zuschreibung an den Meister im frühen 19. Jahrhundert verlor. Das italienische Kulturministerium, das die Büste derzeit als anonymes Werk der römischen Schule des 16. Jahrhunderts führt, wurde zur Teilnahme eingeladen, lehnte jedoch ab.reuters+1
Salerno, eine Schauspielerin und Romanautorin ohne Universitätsabschluss oder formale Expertise in Kunstgeschichte, sagte, sie sei vor einem Jahrzehnt bei der Recherche für einen Roman über Michelangelo auf das Thema gestoßen. Ihr Ansatz beruht nicht auf stilistischer Analyse, sondern auf dem, was sie als Detektivarbeit in notariellen Unterlagen, posthumen Inventaren, Testamenten und den Archiven römischer Bruderschaften beschreibt, die mit Michelangelo und seinen Schülern verbunden waren.apnews.com+1
"Ich bin keine Kunsthistorikerin – tatsächlich habe ich nicht einmal einen Universitätsabschluss –, aber die Stärke meiner Forschung liegt in der Verwendung öffentlicher Archivdokumente", sagte sie gegenüber Reportern. Sie argumentierte, dass Dokumente aus den Jahrhunderten nach Michelangelos Tod 1564 die Büste korrekt ihm zuschrieben, bis ein Gelehrter die Verbindung 1984 widerlegte.reuters+1
Salerno behauptete zudem, Michelangelo habe seine Werke gegen Ende seines Lebens nicht zerstört, wie lange angenommen, sondern ein geheimes System zu deren Schutz entwickelt – einschließlich einer verschlossenen Kammer, für die drei Schlüssel erforderlich waren, die von drei verschiedenen Schülern gehalten wurden. Sie deutete an, dass die Büste nach dem Vorbild von Michelangelos engem Gefährten Tommaso de' Cavalieri modelliert wurde.english.aawsat+1
Die unbestätigte Behauptung hat Renaissance-Experten beunruhigt, insbesondere nach dem kürzlichen Verkauf einer Michelangelo zugeschriebenen Fußskizze bei Christie's für 27,2 Millionen Dollar, die von einigen als Kopie angezweifelt wurde. Salerno veröffentlichte ihre Forschung auf academia.edu, einer kommerziellen Plattform ohne Peer-Review-Verfahren.apnews.com
William Wallace, ein Michelangelo-Gelehrter an der Washington University in St. Louis, sagte der Associated Press, dass Salernos Methodik fundiert sei, und lobte die europäische Tradition, in der auch Forscher ohne akademische Titel solide Arbeit leisten. Er widersprach jedoch ihrer weitergehenden Schlussfolgerung, dass ein großer Schatz versteckter Michelangelos auf seine Entdeckung warte, und merkte an, dass der Künstler in seinen letzten Jahren sechs Architekturprojekte beaufsichtigte und schlicht nicht viel Neues schuf.apnews.com
Wallace forderte Salerno auf, die Dokumente zu transkribieren und einer wissenschaftlichen Begutachtung zu unterziehen. Mitglieder eines wissenschaftlichen Vatikankomitees, in das Salerno berufen wurde – gegründet 2025 anlässlich des 550. Geburtstags von Michelangelo –, haben ihre Ergebnisse entweder heruntergespielt oder einen Kommentar verweigert. Die Kunstabteilung der Carabinieri lehnte eine Stellungnahme zur Echtheit ab, bestätigte jedoch, dass die Büste nun durch ein Alarmsystem geschützt ist.apnews.com