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reutersreuters+1ecb.europa+1Europäische Aktien fielen am Dienstag, da steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und neue Inflationsdaten die Befürchtungen verstärkten, dass die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks die Geldpolitik weiter straffen werden, um den energiebedingten Preisdruck infolge des Konflikts im Nahen Osten zu bekämpfen.
Der paneuropäische STOXX 600 sank im frühen Handel um 0,4 Prozent, belastet durch einen Rückgang von 1,3 Prozent bei Bankaktien. Die meisten großen regionalen Börsen notierten ebenfalls im Minus, wobei lediglich die Sektoren Gesundheitswesen sowie Reise und Freizeit dem Trend trotzten.reuters
Der Ausverkauf erfolgte einen Tag, nachdem die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit Oktober 2023 die Marke von 5 Prozent überschritten hatte, eine Schwelle, von der Analysten sagen, dass sie durch höhere Kreditkosten und eine geringere Attraktivität von Aktien Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte. Die Rendite blieb am Dienstag über 5 Prozent.tradingeconomics+2
Die Märkte konzentrieren sich nun auf die zweitägige geldpolitische Sitzung der Federal Reserve, die am Dienstag begann. 85 Prozent der von Reuters befragten Ökonomen erwarten eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent, was die erste Anhebung seit Juli 2023 wäre. Die Prognosemärkte beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte auf etwa 86 Prozent.reuters+1
Die Europäische Zentralbank hatte bereits letzte Woche gehandelt und ihren Leitzins am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent angehoben, wobei sie auf den anhaltenden Inflationsdruck durch den Krieg im Iran verwies. Die aktualisierten Prognosen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde gehen davon aus, dass die Inflation im Euroraum 2026 im Durchschnitt 3 Prozent betragen wird und das 2-Prozent-Ziel erst Ende 2027 wieder erreicht wird.global.morningstar+2
Neue Daten zeigten am Dienstag, dass die französischen Verbraucherpreise im August auf EU-harmonisierter Basis um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, so das Statistikamt INSEE. Dies ist eine Abwärtskorrektur gegenüber dem vorläufigen Wert von 2,7 Prozent, bedeutet aber dennoch einen Anstieg gegenüber den 2,4 Prozent im Juli. Der Wert markiert die höchste harmonisierte Inflation in Frankreich seit Mai.reuters+1
Die Ölpreise, die nach erneuten Angriffen auf die Schifffahrt und die Energieinfrastruktur im Nahen Osten frühere Entspannungstendenzen zunichtemachten, bleiben der Haupttreiber. Die US-Energieinformationsbehörde EIA hob ihre Prognose für Brent-Rohöl für 2026 Anfang des Monats auf etwa 91 Dollar pro Barrel an, ein Anstieg von fast 5 Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung.reuters
Da die Entscheidung der Fed für Mittwoch ansteht und die Märkte weitere EZB-Zinserhöhungen im Oktober und Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 75 Prozent einpreisen, sehen sich Investoren einem Umfeld gegenüber, in dem die Zentralbanken entschlossen auf einen Inflationsschock zu reagieren scheinen, der weitgehend außerhalb ihrer Kontrolle liegt. Bei den Einzelaktien fiel Deutz um 4,5 Prozent, nachdem das Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung bis zu 10 Prozent seiner Aktien angeboten hatte.reuters+1