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wmo+1spglobalthecornerDas sich entwickelnde El Niño-Wetterphänomen droht die weltweite Nahrungsmittelproduktion im Zeitraum 2026-27 zu stören. Da in wichtigen Anbauregionen mit sinkenden Erträgen bei Schlüsselkulturen gerechnet wird, warnen Analysten, dass das Phänomen eine neue Welle rohstoffgetriebener Inflation auslösen könnte.
S&P Global Energy veröffentlichte am Montag eine Übersicht zu den erwarteten Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion. Die australische Weizenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2026-27 wird laut dem Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics and Sciences auf 26,7 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Rückgang von 26 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzte die Maisproduktion auf 406,3 Millionen Tonnen, ein Rückgang um 6 %, während die Sparte Energy CERA von S&P Global die brasilianische Sojaernte auf 177 Millionen Tonnen schätzt, ein Minus von 2,7 %.spglobal
"Ein starkes Ereignis von Ende 2026 bis Anfang 2027 würde die wetterbedingte Volatilität erhöhen, wobei die größten Abwärtsrisiken in Brasilien, Australien, Indien und Südostasien konzentriert sind", so CERA in einem Bericht.spglobal
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bestätigte Ende Juli, dass sich ein starker El Niño entwickelt, der sich von August bis Oktober 2026 voraussichtlich verstärken wird. In wichtigen Überwachungsregionen werden Anomalien der Meeresoberflächentemperatur von über 2,9 °C erwartet. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnte, dass die El Niño-Bedingungen "die Wahrscheinlichkeit von Dürre und heftigen Regenfällen erhöhen werden".wmo+2
Die Produktionsausfälle spiegeln sich bereits in den Preisen wider. Australischer Premium-Weißweizen wurde am 31. Juli mit 289 Dollar pro Tonne bewertet, gegenüber 261 Dollar im Vorjahr, während US-Mais (CIF New Orleans) im gleichen Zeitraum von 187 auf 215,65 Dollar stieg.spglobal
Analysten von The Corner warnten, dass eine sehr intensive El Niño-Episode bei historischer Korrelation die globalen Lebensmittelpreise im nächsten Jahr stark in die Höhe treiben könnte. Dies würde durch Störungen bei der Düngemittelversorgung im Zusammenhang mit der Schließung der Straße von Hormus, die die Harnstoffpreise verdoppelt hat, noch verschärft. Ein Anstieg des FAO-Lebensmittelpreisindex um 50 % bis Jahresende könnte die Lebensmittelinflation in den G7-Staaten bis 2027 in den zweistelligen Bereich treiben, so die Analyse.thecorner
Zusätzlich zur El Niño-Bedrohung gefährdet eine Hitzewelle in Chinas wichtigsten Agrarregionen die Mais-, Reis- und Baumwollernte. Provinzen wie Shandong und Liaoning, die zusammen etwa 17 % der chinesischen Maisernte ausmachen, verzeichnen in kritischen Wachstumsphasen Tagestemperaturen zwischen 35 °C und 38 °C. In Xinjiang könnten die Temperaturen 50 °C erreichen, wobei private Analysten schätzen, dass die Baumwollproduktion um bis zu 5 % zurückgehen könnte.agrolatam
Jeder Ausfall der chinesischen Inlandsproduktion könnte die Importnachfrage erhöhen, was das weltweite Angebot weiter verknappen und die Rohstoffpreise auf den vernetzten Agrarmärkten stützen würde.agrolatam