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investing+1reuters+1nytimesDie Renditen deutscher Staatsanleihen verharrten am Freitag auf Werten, die seit 2011 nicht mehr gesehen wurden, da der Sprung von Rohöl über 100 Dollar pro Barrel in dieser Woche die Furcht vor einer anhaltenden Inflation in der gesamten Eurozone neu entfacht hat. Dies setzt die Rentenmärkte unter Druck und erhöht die Kapitalkosten für Unternehmen im gesamten Währungsraum.
Die Rendite der zehnjährigen deutschen Benchmark-Bundesanleihe lag am Freitag bei 3,18 Prozent und gab damit gegenüber einem Tageshöchststand von 3,22 Prozent zu Wochenbeginn leicht nach, was dem höchsten Niveau seit Mitte 2011 laut Daten von Investing.com entspricht. Auch die zweijährige Bundesanleihe, die empfindlich auf Zinserwartungen reagiert, blieb nach starken Anstiegen in den vergangenen Handelstagen auf erhöhtem Niveau.economictimes+1
Der Auslöser ist eindeutig: Brent-Rohöl überschritt am Mittwoch zum ersten Mal seit Mai die Marke von 100 Dollar pro Barrel und schloss bei 100,69 Dollar, wie die Associated Press berichtete. Die New York Times berichtete, dass dieser Meilenstein durch den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und Iran angetrieben wurde, welcher die Schifffahrt sowohl durch den Persischen Golf als auch durch das Rote Meer beeinträchtigt hat. Am Freitag gab Brent moderat auf rund 97,67 Dollar nach, blieb aber nahe der dreistelligen Marke.tradingeconomics+2
CNBC berichtete, dass Brent die 100-Dollar-Marke durchbrochen hatte, und Analysten warnten vor weiteren Kursgewinnen, sollten sich die regionalen Feindseligkeiten verschärfen. RBC Capital Markets erklärte, ein "umfassender regionaler Krieg" könnte Öl in Richtung 150 Dollar pro Barrel treiben.nytimes+1
Der Ölschock verkompliziert den Kurs der Europäischen Zentralbank. Die Inflation in der Eurozone hatte sich laut Reuters im Juni von 3,2 Prozent im Mai auf 2,8 Prozent abgekühlt, was die EZB dazu veranlasste, die Zinsen bei ihrer Sitzung am 23. Juli stabil zu halten. Die Volkswirte des Eurosystems hatten jedoch prognostiziert, dass die Energieinflation im dritten Quartal 2026 einen Höchststand von 12,5 Prozent erreichen würde, und der Ölanstieg in dieser Woche droht dieses Szenario zu bestätigen.ecb.europa+1
The Wall Street Journal News Corp berichtete, dass die europäischen Anleiherenditen stetig gestiegen sind, da die Märkte die Möglichkeit weiterer EZB-Straffungen einpreisen, wobei bis Dezember nun fast zwei Zinsschritte um jeweils einen Viertelpunkt erwartet werden. CNBC stellte fest, dass der Ausverkauf eine "Bear-Flattening"-Dynamik widerspiegelte, bei der kurzfristige Renditen rasch zusammen mit längeren Laufzeiten anstiegen.cnbc+1
Italienische zehnjährige Renditen lagen am Freitag bei 4,02 Prozent, womit der Aufschlag zu deutschen Bundesanleihen nahe 84 Basispunkten verharrte, da Investoren weiterhin eine Risikoprämie für südeuropäische Schulden forderten. Die italienische Rendite war erst am 14. Juli von 3,88 Prozent geklettert, was die breitere Neubepreisung widerspiegelt, die durch energiegetriebene Inflationssorgen ausgelöst wurde.tradingeconomics+1
Da die Kreditkosten der Unternehmen parallel dazu steigen und die Energiekosten die Margen belasten, warnte MUFG Research, dass die Gesamtinflation in diesem Jahr auf Jahresbasis kaum unter 2,8 Prozent fallen dürfte, selbst wenn der zugrundeliegende Preisdruck außerhalb des Energiesektors gedämpft bleibt.mufgresearch