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reuters+1bloomberg+1aol+1Die Commerzbank meldete am Donnerstag für das zweite Quartal einen Sprung des Nettogewinns um 94 % und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Am selben Tag signalisierte das deutsche Geldinstitut erstmals, dass ein Zusammenschluss mit der UniCredit den Aktionären nützen könnte.
Der Nettogewinn erreichte im Quartal 898 Millionen Euro (1,04 Milliarden Dollar), verglichen mit 462 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, und lag damit über der Konsensprognose von 845 Millionen Euro, was laut Reuters durch Zuwächse bei den Provisionserträgen unterstützt wurde. Die Ergebnisse fielen auf einen Tag, der sich als entscheidend für die europäische Bankenlandschaft erweisen könnte: Das Management der Commerzbank und der UniCredit wollte sich am Donnerstagnachmittag in einer seit Langem geplanten Investorenkonferenz austauschen.aol+1
In einer am Donnerstag veröffentlichten Ergebnispräsentation erklärte die Commerzbank laut Bloomberg, dass "ein gemeinsamer Ansatz das Potenzial hat, Wert zu schaffen", vorausgesetzt, er basiert auf "einer gemeinsam entwickelten Strategie auf der Grundlage bestehender Geschäftsmodelle". Diese Formulierung markiert einen bemerkenswerten Wandel gegenüber der bisherigen Haltung der Bank, die einen Zusammenschluss rundweg abgelehnt hatte.bloomberg
CEO Bettina Orlopp fand eine Balance zwischen Offenheit und Entschlossenheit. Sie sagte, UniCredit könne selbst mit ihrer Fast-Mehrheit von rund 47,59 % einschließlich Finanzinstrumenten nicht "einseitig über grundlegende strukturelle Maßnahmen entscheiden". "Daraus erwächst eine klare Verantwortung für beide Seiten. Es erfordert ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells und die Einbindung aller Stakeholder", so Orlopp.rte+1
Der seit zwei Jahren andauernde Übernahmekampf zwischen den jeweils zweitgrößten Banken Italiens und Deutschlands hat sich in den letzten Wochen intensiviert. UniCredits feindlicher Übernahmeversuch im Wert von 45 Milliarden Euro und das anschließende Tauschangebot, das die Commerzbank mit rund 31 Euro pro Aktie bewertete, stieß bei unabhängigen Aktionären auf weniger als 2 % Zustimmung, bevor die Annahmefrist am 8. Juli ablief. Seitdem hat die italienische Bank ihre Position über Aktien und Finanzinstrumente auf knapp die Hälfte der Commerzbank ausgebaut.globalbankingandfinance+2
Eine mit den Überlegungen von UniCredit vertraute Person erklärte gegenüber Reuters im Vorfeld der Ergebnisse, dass die italienische Bank prüfen wolle, ob die Commerzbank ihren Schwerpunkt stärker auf Deutschland und weg vom internationalen Kredit- und Handelsgeschäft verlagern werde.aol
Die Aktien der Commerzbank verzeichneten im Anschluss an die Ankündigungen leichte Verluste und sanken um 0,76 %, während die Aktie von UniCredit laut Wall Street Journal um 0,68 % nachgab. Die verhaltene Reaktion deutet darauf hin, dass der Markt weitgehend ein verhandeltes Ergebnis statt eines feindlichen Patt eingepreist hatte, nachdem die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 23 % zugelegt hatte.ad-hoc-news+1
Die aufsichtsrechtliche Prüfung der EZB zu UniCredits Antrag auf Überschreitung der 30-%-Eigentumsschwelle läuft derzeit. Die Analysten bleiben gespalten: Die Deutsche Bank hat ein Kursziel von 42 Euro festgelegt, während JPMorgan bei 37 Euro liegt und damit unter dem jüngsten Handelsniveau. Die Ergebnisse für das dritte Quartal sind für den 5. November geplant, aber die Eigentümerfrage dürfte das Geschehen bis dahin dominieren.ad-hoc-news