Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

oilprice+1energynewsbeatenergynewsbeatChinesische Raffinerien zahlen Rekordaufschläge für Russlands ESPO-Rohöl (East Siberia-Pacific Ocean), da der Wegfall günstiger iranischer Lieferungen den asiatischen Ölmarkt grundlegend verändert. ESPO-Öl mit Verladung im November aus dem russischen Hafen Kosmino wird laut Bloomberg mit über 7 Dollar pro Barrel über dem Brent-Preis gehandelt, wobei einige Angebote für unabhängige Raffinerien sogar bis zu 10 Dollar erreichen. Dieser Anstieg markiert eine drastische Kehrtwende gegenüber den hohen Rabatten, die China nach Beginn der westlichen Sanktionen 2022 jahrelang auf russisches Rohöl erhalten hatte.oilprice+1
Der unmittelbare Auslöser ist die US-Marineblockade gegen den Iran, die Washington Anfang des Jahres verhängte und nach eigenen Angaben "auf unbestimmte Zeit" aufrechterhalten kann. Die Blockade hat den Zugang zu günstigem iranischem Rohöl unterbunden, auf das die unabhängigen Raffinerien in der Provinz Shandong, bekannt als "Teapots", zur Sicherung ihrer Margen angewiesen waren. Da diese Fässer nun fehlen, sind die Raffinerien auf ESPO ausgewichen, Russlands leichteste und nächstgelegene Alternative, die von Kosmino aus chinesische Häfen in weniger als einer Woche erreicht.cnbc+3
Sinopec China Petroleum & Chemical Corporation, die weltweit größte Raffinerie, hat diese Verschiebung beschleunigt. Reuters berichtete am 2. September, dass das staatliche Unternehmen seine russischen Ölkäufe bis in den Oktober hinein ausweitet und sich ESPO-Volumina sowie kleinere Mengen der Sorten Sokol und Urals sichert. Vortexa Analytics schätzt die Importe von russischem Öl aus Fernost durch Sinopec im August auf knapp über 400.000 Barrel pro Tag. Diese Einkaufspolitik hat kleinere Raffinerien unter Druck gesetzt, die nun sowohl mit dem knappen iranischen Angebot als auch mit dem verschärften Wettbewerb um russische Fässer konfrontiert sind.hydrocarbonprocessing+2
China bleibt der dominierende Käufer von ESPO-Rohöl und machte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 83 % der Käufe aus, auch wenn dieser Anteil gegenüber 88 % im Vorjahr leicht gesunken ist. Indien hat diese Lücke teilweise gefüllt und seinen Anteil im gleichen Zeitraum von 12 % auf 16 % erhöht, wie Daten von Kpler und Vortexa zeigen. Die Gesamtexporte aus Kosmino stiegen im Jahresvergleich um 6 %.energynewsbeat+1
Der Aufschlag signalisiert einen umfassenderen strukturellen Wandel. Die meiste Zeit der letzten vier Jahre nutzte China seine Position als "Käufer letzter Instanz" für sanktionierte Produzenten, um Rabatte von 8 bis 20 Dollar pro Barrel auf russisches, iranisches und venezolanisches Rohöl zu erzwingen. Diese Ära geht zu Ende. Venezolanisches Öl gelangt nun unter US-Aufsicht auf den freien Markt, wobei US-Raffinerien mittlerweile die Hauptabnehmer sind. Iranische Lieferungen bleiben blockiert. Und ESPO, das noch Ende 2025 mit Rekordabschlägen gehandelt wurde, wird nun mit einem Aufschlag gehandelt, da chinesische Staatsraffinerien und "Teapots" um das knappe Angebot konkurrieren.energynewsbeat
Für Chinas unabhängige Raffinerien ist die Rechnung unerbittlich: Das günstige Öl, das ihren Betrieb aufrechterhielt, ist weg, und was bleibt, kostet mehr als je zuvor.