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reuters+1cnbc+1cnbcChinas Verbraucher- und Erzeugerpreise haben im August beide an Fahrt gewonnen. Der Aufschwung wurde jedoch eher durch steigende Energie- und Rohstoffkosten infolge des Nahostkonflikts als durch eine spürbare Erholung der Inlandsnachfrage angetrieben, wie offizielle Daten am Mittwoch zeigten.
Der Verbraucherpreisindex stieg im Jahresvergleich um 0,8 Prozent nach 0,5 Prozent im Juli und entsprach damit den Prognosen von Ökonomen, so das Nationale Statistikamt (NBS). Auf Monatsbasis kletterte der VPI um 0,4 Prozent, übertraf die Erwartungen von 0,3 Prozent und machte den Rückgang von 0,1 Prozent im Juli wett. Der Erzeugerpreisindex stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent, beschleunigte sich gegenüber den 3,5 Prozent im Juli und übertraf die Prognose von 3,6 Prozent in einer Umfrage von Reuters Thomson Reuters Corporation .investinglive+3
Dong Lijuan, Chefstatistikerin beim NBS, führte den Anstieg auf die volatilen globalen Rohstoffpreise, saisonale Preissteigerungen bei Lebensmitteln und eine wachsende Nachfrage in High-Tech-Branchen zurück. Allein die Energiepreisinflation trug laut dem Statistikamt rund 0,28 Prozentpunkte zum jährlichen VPI-Wert bei.cnbc+1
Die Zusammensetzung der Zahlen ist wichtiger als der reine Gesamtwert. Die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energie unberücksichtigt bleiben, stieg nur leicht von 0,9 Prozent im Juli auf 1,0 Prozent an. Dies unterstreicht, dass die zugrunde liegende Verbrauchernachfrage schwach bleibt. Der Iran-Krieg hat die Ölpreise in den letzten Monaten in die Höhe getrieben, wobei die Sorte Brent nach Angriffen auf Ziele in Saudi-Arabien, die die Sorge vor Versorgungsengpässen verstärkten, die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel ins Visier nahm.firstpost+1
„Chinas Binnenwirtschaft steckt weiterhin in einer Krise, geprägt von einer negativen Rückkopplungsschleife aus sinkenden Immobilienpreisen, hoher Ersparnis, schwacher Beschäftigung und verhaltenen Konsumausgaben“, sagte Allan von Mehren, Chef-China-Ökonom der Danske Bank. Die Bank hatte diese Woche ihre Prognose für das chinesische BIP-Wachstum im Jahr 2026 von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent gesenkt. Der VPI liegt seit mehr als drei Jahren unter dem Zielwert Pekings von 2 Prozent.cnbc+1
Die Inflationsdaten folgten auf die am Dienstag veröffentlichten Handelszahlen. Diese zeigten, dass die Exporte im August im Jahresvergleich um 25 Prozent stiegen, getragen von der weltweiten Nachfrage nach KI-Technologieprodukten. Die Importe legten zwar um 28,2 Prozent zu, verfehlten jedoch den Konsens von 30 Prozent. Diese Schere untermauert das Bild einer Wirtschaft, in der die Auslandsnachfrage robust ist, die Konsumausgaben der privaten Haushalte jedoch das schwache Glied bleiben.investinglive
Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um lediglich 4,3 Prozent, das schwächste Tempo seit mehr als drei Jahren. Die Jugendarbeitslosenquote kletterte im Juli auf 17,9 Prozent, den schlechtesten Wert seit August 2025. Sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Investitionen in städtischen Gebieten schwächten sich im Juli ab, was den Druck auf Peking erhöht, stützende Maßnahmen zu ergreifen.cnbc+1
Die Daten nehmen zwar die unmittelbare Angst vor einer Deflation, die nach dem schwachen Juli-Wert aufgekommen war, ändern jedoch wenig an der grundlegenden wirtschaftspolitischen Debatte. Wie es in einer Analyse hieß, steht dies „im Einklang mit der Schwäche der Inlandsnachfrage, die Peking ohnehin zu bekämpfen versucht, und stellt keine Kehrtwende dar“.investinglive