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devdiscoursebusinesstimesdevdiscourseDie Bank of Japan hat die Leitzinsen am Freitag unverändert bei 1 % belassen, warnte jedoch erstmals davor, dass die zugrunde liegende Inflation ihr Ziel von 2 % überschreiten könnte. Damit sendete sie ihr bislang stärkstes falkenhaftes Signal, während die japanische Regierung direkte Marktinterventionen zur Stützung des Yen einleitete.
Die Entscheidung, die bei einer zweitägigen Sitzung bis zum 31. Juli mit 8 zu 1 Stimmen beschlossen wurde, kam weitgehend wie erwartet, nachdem die BOJ die Zinsen erst im Vormonat auf ein 31-Jahres-Hoch angehoben hatte. Vorstandsmitglied Hajime Takata stimmte als einziger dagegen und forderte eine sofortige Anhebung auf 1,25 %, um den Inflationsrisiken durch externe Nachfrageschocks entgegenzuwirken.devdiscourse+1
In ihrem vierteljährlichen Ausblicksbericht wählte die BOJ eine spürbar schärfere Sprache als im April und warnte: „Es besteht das Risiko, dass die zugrunde liegende Inflation nach oben von unserem 2-Prozent-Ziel abweichen könnte, da die mittelfristigen und langfristigen Inflationserwartungen weiter steigen und Unternehmen bei Preisen und Löhnen aktiver werden.“ Die Zentralbank hob zudem den Inflationsdruck durch eine robuste globale KI-Nachfrage hervor und erklärte, die Sorgen vor wirtschaftlichen Belastungen durch den Nahostkonflikt ließen nach.devdiscourse
„Der Ausblicksbericht der BOJ war falkenhaft, und wir halten an unserer Konsens-abweichenden Einschätzung fest, dass die Zentralbank die Zinsen bis Ende nächsten Jahres auf 2 % anheben wird“, sagte Marcel Thieliant, Leiter für Asien-Pazifik bei Capital Economics.devdiscourse
Der Beschluss der BOJ folgte auf Japans Yen-Kauf- und Dollar-Verkaufsintervention an den New Yorker Märkten am Donnerstag. Es war die erste Aktion dieser Art seit Tokios Rekordkäufen von 73 Milliarden Dollar zwischen Ende April und Anfang Mai. Die Erholung des Yen erwies sich jedoch als kurzlebig: Nach der BOJ-Ankündigung verharrte die Währung bei rund 160,76 je Dollar.businesstimes+1
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte laut einem Reporter des Fox Business Network , Japan habe möglicherweise interveniert, um eine „stark unterbewertet“ erscheinende Währung zu stützen, was als Signal für die Zustimmung Washingtons gewertet wurde. Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura lehnte einen Kommentar zur Intervention ab, deutete jedoch eine US-Beteiligung an, indem er darauf hinwies, dass Tokio in engem Austausch mit Südkorea stehe, das am Donnerstag ebenfalls Dollar-Verkäufe getätigt hatte.devdiscourse+1
Die Rendite zweijähriger japanischer Staatsanleihen stieg nach dem Beschluss und der falkenhaften Erklärung an. Japans Nikkei 225 kletterte um fast 4 %, gestützt von Gewinnen bei Halbleiteraktien.investing+1
Die meiste von Reuters befragten Analysten erwarten, dass die BOJ die Zinsen bis Jahresende erneut auf 1,25 % anheben wird. Die BOJ nannte die KI-Nachfrage und Währungsbewegungen neben den Entwicklungen im Nahen Osten als Faktoren, die sie bei der Prüfung von Zeitpunkt und Tempo weiterer Anhebungen genau beobachten werde, während sie an ihrer Zusage zu weiteren Zinsschritten festhält. Am Freitag veröffentlichte separate Daten zeigten, dass sich die jährliche Kerninflation in Japans Hauptstadt im Juli auf 1,7 % beschleunigte, ein Zeichen für sich ausweitenden Preisdruck.devdiscourse+2