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euronews.euronews+1.euronews.Die Europäische Union muss diesen Winter möglicherweise 7 Prozent weniger Gas verbrauchen als im Vorjahr, was etwa 14 Milliarden Kubikmetern (bcm) entspricht, da ihre Speicheranlagen leerer sind als zu jedem anderen Zeitpunkt im Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Die Warnung stammt aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA). Der Druck entsteht in einer Zeit, in der der Iran-Krieg die Preise hoch hält und die EU sich darauf vorbereitet, ab Januar 2027 alle Importe von russischem Flüssigerdgas (LNG) zu verbieten.euronews+1
Das IEEFA, eine in den USA ansässige gemeinnützige Organisation, gab an, dass die EU-Gasspeicher am 3. Oktober zu etwa 72,4 Prozent gefüllt waren. Auf dieser Grundlage erwartet das Institut, dass die Speicher zwischen November und März 7,3 bcm weniger Gas liefern werden als im letzten Winter. Diese Lücke, zusammen mit dem Wegfall von russischem LNG, ist der Grund für die mögliche Senkung um 7 Prozent. "Das bedeutet nicht, dass die EU-Gasspeicher diesen Winter leerlaufen werden", heißt es in dem Bericht. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass leerere Speicher das Gas langsamer abgeben, was den Block während einer späten Kältewelle in Bedrängnis bringen und im nächsten Sommer eine größere und teurere Wiederauffüllung erforderlich machen könnte.euronews
Politico Europe bezeichnete den Engpass als den schlimmsten seit 15 Jahren. Die Lücke entspreche dem Energieverbrauch von 10 bis 12 Millionen Haushalten. ENTSOG, das Netzwerk der europäischen Gasnetzbetreiber, kam am Donnerstag zu einem ähnlichen Schluss. Die Analyse ergab, dass ein kälterer Winter als üblich selbst bei optimaler LNG-Versorgung eine Nachfragesenkung von 7 Prozent erzwingen würde und ein strenger Winter zu einem Defizit von bis zu 15 Prozent führen könnte.ground+3
Die Deckung der Speicherlücke durch zusätzliche Importe anstelle einer Senkung des Gasverbrauchs würde laut IEEFA etwa 3 Milliarden Euro kosten. Das ist ein Aufschlag von 12 Prozent gegenüber den Kosten für das gleiche Volumen vor einem Jahr. "Eine erhöhte Abhängigkeit von Gasspeichern ist zu einer großen finanziellen Belastung für Europa geworden", schlussfolgerte die Denkfabrik. Laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS ist Brüssel bereit, den Ländern in diesem Jahr eine Speicherfüllung von 80 Prozent zu gestatten, was unter dem üblichen Ziel von 90 Prozent liegt, in der Hoffnung auf einen milden Winter.tass+1
Der europäische Gasmarkt steht unter Druck, seit der Iran-Krieg am 28. Februar begann und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus störte, eine Route für etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels. Der niederländische TTF-Future, der europäische Referenzpreis für Gas, erreichte Mitte September den höchsten Stand seit 2022 und wurde diese Woche wieder in der Nähe dieses Niveaus gehandelt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte am Dienstag, dass importierte fossile Brennstoffe die EU seit Ende Februar 100 Milliarden Euro zusätzlich gekostet hätten, "ohne dass ein einziges Molekül Energie hinzugekommen wäre".euronews
Kirill Dmitrijew, der wirtschaftspolitische Beauftragte des Kremls, sagte ebenfalls einen Gasmangel in der EU für diesen Winter voraus und machte die politische Entscheidung des Blocks dafür verantwortlich.
Einige Regierungen greifen bereits ein. Die Niederlande haben bis zu 993 Millionen Euro bewilligt, um das staatliche Unternehmen EBN beim Aufbau von Reserven zu unterstützen, Deutschland hat den staatlichen Importeur SEFE angewiesen, bis zum 15. Dezember 8 Terawattstunden zu speichern, und Spanien hat die Menge des an seinen Importterminals gelagerten LNG um mehr als 25 Prozent erhöht. Das IEEFA warnte, dass der Gasverbrauch im Winter in den letzten beiden Jahren wieder auf rund 200 bcm gestiegen sei, "was darauf hindeutet, dass die Ära der einfachen Nachfragesenkungen vorbei sein könnte".euronews