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abcnewsapnews+1abcnews+1Ein umfassender Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten in Kombination mit stark steigenden Ölpreisen schickte die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt. Die Wall Street verzeichnete am Dienstag den dritten Verlusttag in Folge, und die asiatischen Märkte weiteten die Talfahrt am Mittwoch kräftig aus.
Der S&P 500 fiel am Dienstag um 0,7 Prozent, der Dow Jones Industrial Average gab um 0,8 Prozent nach und der Nasdaq Composite verlor 1 Prozent, wie die Associated Press berichtete. Technologie- und Halbleiteraktien wurden vom Ausverkauf besonders hart getroffen: Nvidia fiel um 1,5 Prozent, Amazon Amazon.com, Inc. verlor 1,9 Prozent und Advanced Micro Devices verzeichnete ein Minus von 2,4 Prozent.abcnews+1
Über Nacht verschärfte sich die Lage weiter. Der Tokioter Nikkei 225 brach um 3 Prozent ein, der südkoreanische Kospi verlor 3,6 Prozent und der Hang Seng in Hongkong gab um 0,8 Prozent nach. In Indien fiel der Sensex im frühen Mittwochshandel um mehr als 780 Punkte, während der Nifty 50 unter die Marke von 23.800 Zählern rutschte. Auch die europäischen Märkte gaben am Dienstag nach, wobei die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen auf ein 18-Jahres-Hoch stieg.etvbharat+2
Der Ausverkauf wird durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren angetrieben. Die Anleiherenditen sind auf vier Kontinenten gleichzeitig auf Mehrjahreshöchststände geklettert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,80 Prozent, den höchsten Stand seit 2023, verglichen mit 4,20 Prozent Anfang 2026. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen erreichte erstmals seit 1996 die Marke von 3 Prozent, während die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen ein 15-Jahres-Hoch verzeichnete.tradingview+2
Die Eskalation der Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran hat die Rohölpreise kräftig nach oben getrieben. Dies verstärkt die Inflationssorgen, die den Ausverkauf bei Anleihen anheizen. Die Sorte Brent stieg auf knapp 96 US-Dollar pro Barrel, verglichen mit etwa 72 US-Dollar vor Beginn des Konflikts Ende Februar, da die Straße von Hormus, durch die gewöhnlich rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden, weitgehend geschlossen bleibt.abcnews+1
Die Kombination aus steigenden Energiekosten und erhöhten Kreditzinsen erschwert den Kampf der US-Notenbank Federal Reserve gegen die Inflation. Da die Teuerungsrate weiterhin über 3 Prozent liegt, preisen die Märkte mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 15. und 16. September ein. Fed-Gouverneur Michael Barr unterstrich am Dienstag den geldpolitisch strengen Kurs und erklärte, die Notenbank solle „entschlossen handeln, um die Zinsen zu erhöhen“, falls sich die Inflation nicht abschwäche.tradingview
Die steigende Staatsverschuldung verstärkt den Druck auf die Anleihemärkte. Die US-Nationalverschuldung hat vor zwei Wochen die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten. Verteidigungsausgaben im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt sowie steigende Zinszahlungen verschlingen einen immer größeren Teil der Bundesausgaben. Wie The Wall Street Journal News Corp berichtete, wurde das Treffen der G20-Finanzminister in Asheville, North Carolina, vom Anleihen-Ausverkauf und Streitigkeiten über Zölle überschattet, wobei Finanzminister Scott Bessent mit Fragen zur Wirtschaftsstrategie der US-Regierung konfrontiert wurde.wsj+1
Fed-Chef Kevin Warsh, der am vergangenen Freitag mit geldpolitisch strengen Äußerungen in Jackson Hole den Ton für den aktuellen Ausverkauf angab, nahm an dem Treffen teil, während er die Zinsentscheidung für September abwägt. David Solomon, CEO von Goldman Sachs , sagte auf dem Gipfel, sein Ausblick bleibe „ziemlich konstruktiv“, räumte jedoch Gegenwind durch Nahost-Konflikte und Handelskriege ein.wsj