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theglobeandmail.com.theglobeandmail.com+1.theglobeandmail.com.Amazon Amazon.com, Inc. nutzte ein Tool für künstliche Intelligenz namens Atlas, um seinen kanadischen Lagern einen "Arbeitsrisiko-Score" zu geben, der die Wahrscheinlichkeit einer gewerkschaftlichen Organisierung der Mitarbeiter schätzte, wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die der Globe and Mail vorliegen. Die Dokumente kamen während Anhörungen zwischen Amazon und Unifor vor dem British Columbia Labour Relations Board ans Licht. Sie beschreiben, wie Atlas in den letzten Jahren in mehr als 50 Lagern in den USA, Kanada und Europa eingesetzt wurde.theglobeandmail.com Die Dokumente tauchten auf, während Amazon und Unifor noch immer um einen ersten Tarifvertrag bei YVR2 in Delta, B.C., kämpfen. Es ist das einzige gewerkschaftlich organisierte Amazon-Lager in Kanada mit etwa 800 Mitarbeitern, berichtete The Regional.tradingview.com ## Funktionsweise der Bewertung Die Dokumente beschreiben Atlas als ein "Arbeitsrisiko-Framework", das auf Hunderten von Datenpunkten basiert. Amazon nutzte es, um "aufkommende Probleme am Arbeitsplatz", "Ziele für Gewerkschaften" und "interne oder externe Bedrohungen für die Arbeitsbedingungen" zu bewerten, berichtete The Globe. Jeder Standort wurde auf einer fünfstufigen Skala bewertet. Ein zweiter Score von 100 bis 900 schätzte die Wahrscheinlichkeit ein, dass ein Standort für eine Gewerkschaft stimmen würde, wobei niedrigere Werte ein höheres Risiko bedeuteten. YVR2 wurde mit Tier 1 und einem Score von 169 bewertet.theglobeandmail.com Amazon zählte aktive Unterschriften für Gewerkschaftskarten, Proteste und Streiks als Ereignisse mit "hohem Schweregrad". YVR2 hatte 52 solcher Ereignisse und das nahegelegene Lager YVR3 hatte 47, die meisten aller Amazon-Standorte. Frühere Berichte über dieselben Dokumente von Computer Weekly ergaben, dass 16 Standorte in den USA, Kanada und Großbritannien als Tier 1 eingestuft wurden.computerweekly.com ## Unterschiedliche Interpretationen Die Dokumente sind nicht datiert. Justin Gniposky, Leiter der Organisation bei Unifor, schätzte, dass sie aus dem späten Jahr 2024 oder Anfang 2025 stammten. "Diese Informationen beweisen nur das, was wir immer gedacht und von Arbeitern gehört haben: dass Amazon die gewerkschaftliche Organisierung als Bedrohung und Risiko für sein Geschäft ansieht", sagte er gegenüber The Globe.theglobeandmail.com Amazon-Sprecher Sam Stephenson wies die Vorstellung zurück, dass Atlas ein Überwachungstool sei. Er sagte, es verwende Daten über die täglichen Erfahrungen der Mitarbeiter, wie Sicherheitsvorfälle, Verfügbarkeit der Führungskräfte und den Abschluss von Schulungen. "Die Interpretation dieses Feedbacks erfordert menschliche Überprüfung, keine automatisierte Entscheidungsfindung", sagte er. Er äußerte sich nicht dazu, ob Atlas in Kanada noch im Einsatz ist. Der Arbeitsrechtsanwalt Menachem Freedman aus Vancouver wies darauf hin, dass das Datenschutzgesetz in B.C. Arbeitgeber verpflichtet, Mitarbeiter im Voraus darüber zu informieren, welche persönlichen Daten sie sammeln und warum. ## Ein erbitterter Kampf um den ersten Tarifvertrag Das B.C. Labour Relations Board zertifizierte die Gewerkschaft bei YVR2 im Juli 2025. Am 4. August 2026 ordnete es ein verbindliches Schiedsverfahren für einen ersten Vertrag an, berichtete das ADR Journal. Amazon hat gegen diese Anordnung Berufung eingelegt, so The Globe. Unifor gibt an, dass beide Seiten dem Schiedsrichter am 16. Oktober ihre Schlussplädoyers vorgelegt haben, laut Updates für die Mitglieder bei YVR2.warehouseworkersunite.ca+2 Amazon hat zudem seinen durchschnittlichen Grundlohn in Kanada um 1 Dollar auf 26,27 Dollar pro Stunde erhöht. Unifor bezeichnete die Lohnerhöhung als Zeichen dafür, dass Amazon "den Druck spürt", berichtete The Globe. Das durchgesickerte Schulungsmaterial gibt Managern auch Ratschläge, wie sie mit Mitarbeitern über Gewerkschaften sprechen können, ohne das Arbeitsrecht zu verletzen. Ein Ratschlag lautet: "Sie dürfen nicht spionieren, aber bleiben Sie bei Ihren Routinen, wenn es sich tatsächlich um Routinen handelt."theglobeandmail.com