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reuters+1global.morningstar+1reuters+1Innerhalb des EZB-Rats ist eine Debatte darüber entbrannt, ob weitere Zinserhöhungen notwendig sind, da ein schneller Rückgang der Ölpreise infolge eines vorläufigen Friedensabkommens im Nahen Osten die Inflationsaussichten für die Eurozone verändert hat.
EZB-Ratsmitglied Alexander Demarco, Gouverneur der Zentralbank von Malta, sagte am Dienstag, es sei "klug, politische Maßnahmen nicht zu überstürzen". Er argumentierte, dass niedrigere Energiepreise rasch zu niedrigeren Preiserwartungen führen und den Lohndruck begrenzen sollten. Demarco erklärte, die EZB könne es sich leisten, bis zur nächsten Runde der Mitarbeiterprojektionen zu warten, bevor sie über eine weitere Straffung entscheidet. Er fügte hinzu, dass der "einzige Grund für weitere Zinserhöhungen mit Zweitrundeneffekten oder einer Entankerung der Inflationserwartungen zusammenhängen würde", wofür er derzeit keine Anzeichen sehe.reuters+1
Seine Äußerungen erfolgten parallel zu ähnlichen Kommentaren des slowenischen Zentralbankgouverneurs Boštjan Dolenc, der gegenüber Reuters Thomson Reuters Corporation erklärte, dass niedrigere Ölpreise den Handlungsdruck auf die EZB verringerten. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane merkte auf dem Forum in Sintra ebenfalls an, dass die Rohölpreise nach dem Ende des US-Iran-Krieges und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus schneller als erwartet gefallen seien, was die Marktbedingungen näher an das Basisszenario der EZB heranrücke.investinglive+1
EZB-Präsidentin Christine Lagarde beschrieb das aktuelle politische Umfeld am 29. Juni auf dem jährlichen EZB-Forum in Sintra, Portugal, als grundlegend anders als in früheren Krisen. "Wir müssen nicht mehr mit der gleichen Kraft handeln. Wir können maßvolle Zinsanpassungen vornehmen, die auf die Schocks kalibriert sind, denen wir gegenüberstehen", sagte sie. Obwohl sie weitere Erhöhungen nicht explizit ausschloss, betonte Lagarde, dass die Ära unkonventioneller und kraftvoller Reaktionen einem "Back to Basics"-Ansatz gewichen sei, der auf datenabhängigen Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung beruhe.ecb.europa
Lagarde merkte an, dass die Ölpreise nach dem vorläufigen Friedensabkommen von fast 120 US-Dollar pro Barrel im März auf etwa 73 US-Dollar gefallen seien, warnte jedoch, dass "die Dauerhaftigkeit dieses Abkommens keineswegs gesichert ist".ecb.europa
Die EZB hob ihren Einlagensatz am 11. Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 % an – die erste Erhöhung seit September 2023 –, unter Verweis auf die durch den Nahostkonflikt getriebene Inflation. Damals rechneten die Märkte mit bis zu drei weiteren Erhöhungen im Jahr 2026. Doch der rasche Rückgang der Energiepreise hat die Erwartungen grundlegend verändert. Händler weisen einer Entscheidung bei der Sitzung am 23. Juli nun eine geringere Wahrscheinlichkeit zu und preisen die nächste Erhöhung um 25 Basispunkte eher für Oktober ein.global.morningstar+4
Reuters berichtete, dass der überraschend schnelle Rückgang der Ölpreise die Dringlichkeit für eine kurzfristige Straffung verringert habe, wenngleich eine weitere Zinserhöhung im späteren Verlauf des Jahres 2026 möglich bleibe.investinglive+1