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eurekalert+1eurekalert+1cnn+1El Niño-Ereignisse sind in den letzten vier Jahrzehnten fast 40 % stärker geworden als zu jedem anderen Zeitpunkt im vorangegangenen Jahrtausend. Dies geht aus einer am Donnerstag im Fachmagazin Science veröffentlichten Studie hervor, die einen der bisher deutlichsten Belege für den Zusammenhang zwischen menschengemachtem Klimawandel und der Intensivierung des weltweit stärksten natürlichen Klimazyklus liefert.eurekalert+1
Die Forschung unter der Leitung von Julia Cole, Professorin und Vorsitzende des Fachbereichs für Erd- und Umweltwissenschaften an der University of Michigan, stützt sich auf eine 1.000-jährige Temperaturaufzeichnung aus lebenden und fossilen Korallen von den Galápagos-Inseln, die im Epizentrum der El Niño-Entstehung im östlichen tropischen Pazifik liegen.scientificamerican+1
"Unsere Ergebnisse zeigen uns, dass die großen El Niño-Ereignisse der letzten 40 Jahre im Kontext des letzten Jahrtausends nicht normal sind", sagte Cole in einer Erklärung.eurekalert
Das Team untersuchte 13 Korallen und analysierte das Verhältnis von Strontium zu Kalzium sowie Sauerstoffisotopen in ihren Skeletten, um die Meeresoberflächentemperaturen Monat für Monat über verschiedene Zeitfenster des letzten Jahrtausends zu rekonstruieren. Die Daten zeigten, dass die Variabilität des El Niño-Southern Oscillation-Zyklus im östlichen Pazifik im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um etwa 36,5 % zugenommen hat, was größtenteils auf intensivere El Niño-Ereignisse zurückzuführen ist.newscientist+1
Unter Verwendung von 12 Klimamodellen, die das letzte Jahrtausend simulieren, schlossen die Forscher natürliche Ursachen wie Vulkanausbrüche oder solare Variabilität als Erklärungen für die Verschiebung aus.cnn+1
"Es passiert derzeit etwas, das höchst ungewöhnlich ist und sehr wahrscheinlich auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen ist", sagte Co-Autor Jonathan Overpeck, Dekan der School for Environment and Sustainability der University of Michigan.cnn
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich im tropischen Pazifik ein Super El Niño aufbaut. Das Climate Prediction Center der National Oceanic and Atmospheric Administration hat erklärt, dass eine 69-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass das aktuelle Ereignis die Stärke aller bisherigen El Niños seit 1950 übertreffen wird. Es wird prognostiziert, dass die Meeresoberflächentemperaturen im östlich-zentralen Pazifik 4 °C über dem Normalwert liegen werden, wenn das Ereignis später in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreicht.usatoday+1
Kim Cobb, Direktorin des Institute at Brown for Environment and Society, bezeichnete die Korallenrekonstruktion der Studie als "nahe am Goldstandard" und beschrieb sie als "ein kritisches Puzzleteil", um zu verstehen, wie die Erwärmung El Niño verändert.scientificamerican+1
Nicht alle Experten sind vollständig überzeugt. Michael Mann von der University of Pennsylvania bewertete die Studie gemischt, wies auf Lücken in den Korallenaufzeichnungen hin und argumentierte, dass Vulkanausbrüche eine größere Rolle spielen könnten als bisher angenommen.usatoday
Die Studie unterstreicht auch eine grausame Ironie: Die sich erwärmenden Ozeane, die El Niño verstärken, drohen genau die Korallen zu zerstören, die diese Erkenntnisse geliefert haben. Wissenschaftler versuchen verzweifelt, Proben zu sammeln, bevor Massenbleichen – die bereits mit jüngsten Super El Niños in Verbindung gebracht wurden – das Archiv vernichten.cnn
"Während wir die Beweise für eine durch fossile Brennstoffe verursachte Intensivierung von El Niño anhäufen, blicken wir in eine Zukunft mit schlimmeren El Niño-bedingten Wetter- und Klimaextremen, die sich auf eine ohnehin schon schlechtere Basis von Wetter- und Klimaextremen aufbauen", sagte Cobb. "Dies hätte massive Auswirkungen auf Gemeinschaften und Ökosysteme auf der ganzen Welt."cnn