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ysp+1.ysp+1.ysp+1.yorkshirepost+1.yorkshirepost+1.Die größte Skulpturenausstellung des südafrikanischen Künstlers William Kentridge außerhalb seines Heimatlandes wurde letzte Woche im Yorkshire Sculpture Park eröffnet und markiert einen kulturellen Meilenstein sowohl für den Künstler als auch für die Institution. „The Pull of Gravity“, die am 28. Juni eröffnet wurde und bis zum 19. April 2026 läuft, präsentiert über 40 skulpturale Arbeiten, die fast zwei Jahrzehnte des Schaffens des international gefeierten Künstlers umspannen.
Die Ausstellung stellt die erste Museumspräsentation außerhalb Südafrikas dar, die sich ausschließlich auf Kentridges Skulpturen konzentriert, und positioniert Yorkshire als unerwartetes Zentrum für zeitgenössische afrikanische Kunst. Sie kommt zu einer Zeit, in der britische Institutionen zunehmend ihre kolonialen Hinterlassenschaften untersuchen und versuchen, ihre Programme über traditionelle europäische und amerikanische Stimmen hinaus zu diversifizieren.
Das Herzstück der Ausstellung ist „Paper Procession“, sechs monumentale, farbige Skulpturen, die bis zu fünf Meter hoch in kräftigen Rot-, Gelb- und Orangetönen aufragen. Ursprünglich aus handgerissenen Papierstücken eines Kassenbuchs geschaffen, paradieren diese hoch aufragenden Formen nun vor einer jahrhundertealten Eibenhecke in der historischen Landschaft des YSP.yorkshireeveningpost+1
„Die farbigen Skulpturen waren ein Versuch darüber nachzudenken, wie man Skulptur vor einer Landschaft sichtbar machen kann“, sagte Kentridge gegenüber dem Wallpaper-Magazin. Der Künstler äußerte sich überrascht über die sommerliche Hitze in Yorkshire und sagte, er „hätte die ganze Zeit mit Regen und Nieselregen gerechnet“.wallpaper
Vier von Kentridges bisher größten Bronzeskulpturen ergänzen die Außeninstallation, darunter die dreieinhalb Meter hohen „Glyph“-Werke, die eine schreitende Figur mit Megaphon-Kopf, ein Et-Zeichen und eine sich streckende Katze zeigen. Im Inneren der Underground Gallery begegnen Besucher der ersten institutionellen Präsentation von „Self-Portrait as a Coffee Pot“, einer Filmreihe, die während des ersten Covid-19-Lockdowns begonnen wurde.yorkshirepost+2
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Skulptur zu einem zentralen Element von Kentridges künstlerischem Ausdruck entwickelt, wobei er seine zweidimensionalen Zeichnungen in dreidimensionale Formen verwandelt, die oft aus Puppenspiel, Film- und Bühnenrequisiten stammen. „The Pull of Gravity“ zeigt diese Entwicklung anhand von Werken, die zwischen 2007 und 2024 entstanden sind und vielfältige Materialien wie Bronze, Stahl, Aluminium, Papier, Pappe, Gips, Holz und Fundstücke verwenden. „Diese Ausstellung zeigt den Übergang der gezeichneten Silhouette oder des Schattens zur Skulptur und dass Skulptur eine Form des Zeichnens ist“, erklärte Kentridge zu seinem Ansatz.ysp+3
Die Ausstellung bietet Besuchern eine multisensorische Reise durch Kentridges skulpturale Welt, ergänzt durch immersive Filminstallationen. Im zentralen Galerieraum laufen zwei Filme – „More Sweetly Play the Dance“ und „Oh To Believe In Another World“ – in einer Endlosschleife auf sieben Bildschirmen, die sich über 20 Meter erstrecken und die Betrachter mit Musik und Bewegung umgeben. Diese umfassende Präsentation spiegelt Kentridges Hinterfragen großer Erzählungen aus Geschichte, Politik, Wissenschaft, Literatur und Musik wider, während er das Erbe des Kolonialismus durch eine dezidiert südafrikanische Linse untersucht.experiencewakefield+1
Kentridges Werk erforscht fünf primäre Themen, die ihn seit drei Jahrzehnten beschäftigen, und verbindet das Politische mit dem Poetischen, um Kunst zu schaffen, die sowohl kraftvoll als auch ambivalent ist. Während er sich mit so ernüchternden Themen wie Apartheid, Kolonialismus und Totalitarismus befasst, verleiht er seiner Arbeit oft verträumte, lyrische Untertöne oder komödiantische Momente der Selbstironie. Zentral für seine Praxis sind Ideen rund um das Erinnern, insbesondere in Bezug auf schwierige, schmerzhafte Erfahrungen aus der Vergangenheit.sfmoma+2
Seine Kunst navigiert durch eine Zone der Ungewissheit und sich verschiebender Bedeutungen und spiegelt sein persönliches Dilemma als weißer südafrikanischer Künstler wider, der Südafrika weder „weiß“ aussehen lassen noch für die „Schwarzen“ sprechen kann. Emanzipation dient sowohl als Thema in seiner Kunst als auch als Prinzip, das ihrer Form zugrunde liegt. Sein Werk hat sich vom spezifischen Kontext Südafrikas hin zu universelleren Geschichten entwickelt und umfasst nun auch seine eigene Atelierpraxis, den Kolonialismus in Namibia und Äthiopien sowie die Kulturgeschichte des postrevolutionären Russlands. Während seiner gesamten Karriere hat Kentridge sein Interesse an „einer politischen Kunst der Ambivalenz, des Widerspruchs, unvollendeter Gesten und ungewisser Enden“ aufrechterhalten.themodern+2