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reuters+1reuters+1x+1Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat gegen den Vorschlag von CEO Oliver Blume gestimmt, bis zu 100.000 Stellen abzubauen und vier deutsche Werke zu schließen. Arbeitnehmervertreter lehnten den Plan bei einer Sitzung am Donnerstag in Wolfsburg mit 12 zu sieben Stimmen ab, wie Reuters berichtet.reuters+1
Die Ablehnung ist ein Rückschlag für Blume, der die Zustimmung für das weitreichendste Umbauprogramm in der fast 90-jährigen Geschichte des Automobilherstellers gesucht hatte. Der Plan sah die Schließung der Werke in Hannover, Emden und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm vor und hätte die bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbarten 50.000 Stellenstreichungen in etwa verdoppelt.reuters+1
Hunderte Mitarbeiter protestierten am Donnerstag vor dem Volkswagen-Hauptsitz in Wolfsburg, während der Aufsichtsrat beriet. Die Gewerkschaft IG Metall gab an, dass allein in Wolfsburg rund 400 Menschen demonstrierten, während NHK berichtete, dass sich etwa 500 Arbeiter in der Nähe des Unternehmenssitzes versammelten. Der Gewerkschaftsvertreter Thorsten Groeger warnte das Unternehmen davor, die Maßnahmen ohne Zustimmung der Arbeitnehmer durchzusetzen.nhk+1
Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo hatte in den Wochen vor der Abstimmung bereits heftigen Widerstand signalisiert, wobei France24 berichtete, dass die Gewerkschaften vor einem "großen Konflikt" warnten, sollte das Unternehmen die Schließungen vorantreiben.france24
Die vorgeschlagenen Kürzungen spiegelten den wachsenden Wettbewerbsdruck auf Europas größten Automobilhersteller wider. Volkswagen meldete, dass der Konzernabsatz im zweiten Quartal um 8,6 Prozent zurückging und die Gewinne des Unternehmens bereits auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen waren, was im März zu einer ersten Ankündigung von 50.000 Stellenstreichungen geführt hatte.bbc+1
Das Manager Magazin berichtete erstmals Ende Juni, dass Blume erwäge, die Umstrukturierung auf 100.000 Stellen auszuweiten — etwa 15 Prozent der weltweiten Belegschaft von Volkswagen mit rund 630.000 Mitarbeitern — sowie die geplanten Investitionen über fünf Jahre um 15 Prozent auf etwas über 130 Milliarden Euro zu kürzen.reuters+1
Trotz der Ablehnung des Gesamtplans durch den Aufsichtsrat kündigte Volkswagen an, mit Produktionskürzungen und einer schlankeren Modellpalette fortzufahren. Ein Beitrag des Analysten Alex Voigt auf X merkte an, dass das Management nach der Sitzung eine Erklärung herausgab, wonach die Modelle um 50 Prozent und die Optionen um 75 Prozent reduziert würden.x
Die Pattsituation bringt Blume in eine schwierige Lage. Volkswagen hatte Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbart, betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis mindestens Ende 2030 auszuschließen, und die Arbeitnehmer haben im Rahmen des deutschen Mitbestimmungssystems erheblichen Einfluss im Aufsichtsrat. Da chinesische Autohersteller weiter an Boden gewinnen und Handelsbarrieren die globalen Lieferketten verändern, bleibt die Frage, wie tiefgreifend Volkswagen umstrukturieren kann — und wie schnell — ungeklärt.cnbc+1