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reuters+1dw+1reuters+1Die letzten amerikanischen Truppen werden am Mittwoch, den 30. September, ihre verbleibenden Stützpunkte im Irak verlassen und damit mehr als zwei Jahrzehnte militärischer Präsenz beenden, in denen 4 500 Amerikaner ihr Leben verloren und Washington Billionen Dollar investierte.reuters+1
Der Abzug, der 2024 unter Präsident Joe Biden vereinbart und von der Trump-Regierung vollzogen wurde, beendet die von den USA geführte Mission Operation Inherent Resolve gegen die Gruppe Islamischer Staat, die 2014 begann. Iraks Premierminister Ali al-Zaidi erklärte den 1. Oktober zum Beginn einer neuen Ära und kündigte vier Feiertage an, um den Tag zu markieren, den seine Regierung als Unabhängigkeitstag bezeichnet.aljazeera+1
Der Iran und seine verbündeten bewaffneten Gruppen stellen den Abzug als Triumph dar. Abu Mojtaba al-Yasiri, ein Kommandeur des Islamischen Widerstands im Irak, einem Dachverband vom Iran unterstützter Fraktionen, nannte es einen historischen Sieg für die irakischen islamischen Widerstandsgruppen und ehrenhaften Iraker sowie eine vernichtende Niederlage für das amerikanische Projekt.militarytimes+1
Am 30. September feiern wir das Umblättern einer schwarzen Seite in der Geschichte des Irak und das Scheitern der Besatzung, ihren Willen unserem Land aufzuzwingen, sagte er gegenüber Reuters.militarytimes
Der irakische Analyst Jasim al-Bahadli warnte, dass pro-iranische Milizgruppen versuchen würden, diese Dynamik in größeren Einfluss auf Sicherheits- und politische Entscheidungen umzumünzen. Al-Zaidi hat eine Frist bis Juni 2027 für alle bewaffneten Gruppen gesetzt, ihre Waffen abzugeben, aber mächtige Fraktionen wie Kata'ib Hisbollah und Harakat al-Nujaba haben laut Alina L. Romanowski vom Atlantic Council keinerlei Anzeichen für eine Kooperation gezeigt. Mehrere hochrangige irakische Beamte erklärten gegenüber AFP, dass der Iran die Abgabe der Waffen durch die Fraktionen nicht akzeptieren werde, solange der regionale Krieg andauere.reuters+3
Der Abzug schürt auch Bedenken hinsichtlich des Islamischen Staates. Der kurdische Kommandeur Sirwan Barzani sagte, die Streitkräfte hätten seit der Veröffentlichung des Abzugsplans verstärkte Bewegungen von Schläferzellen beobachtet. Dies habe meiner Meinung nach die Moral der Kämpfer gestärkt, sagte er gegenüber Reuters.reuters+1
Der pensionierte irakische General Mohammed al-Jubouri warnte, ein Worst-Case-Szenario wäre, dass der Islamische Staat bewaffnete Drohnen erlangt, in einer Zeit, in der dem Irak noch immer ausreichende Luftverteidigungsfähigkeiten fehlen, um solchen Bedrohungen wirksam zu begegnen.reuters
Der Abzug bricht die Beziehungen zwischen den USA und dem Irak nicht vollständig ab. Laut Al Jazeera wird erwartet, dass beide Länder zu einem strategischen Rahmenabkommen von 2008 zurückkehren, das weiterhin amerikanische Sicherheitsunterstützung zusagt, wenn auch ohne bindende Verpflichtung. Al-Zaidi sagte der New York Times Anfang des Monats, dass sowohl die USA als auch die vom Iran unterstützten Milizen vereinbart hätten, für 90 Tage nach dem Abzug von Angriffen abzusehen.aljazeera
Für den Irak besteht die Herausforderung darin, zwischen zwei kriegführenden Mächten zu navigieren. Renad Mansour, Direktor der Iraq Initiative bei Chatham House, sagte gegenüber Al Jazeera, die tiefere Sorge der irakischen Regierung sei, dass die USA den Irak vielleicht nicht mehr bräuchten oder den Irak im schlimmsten Fall als Paria-Staat betrachten könnten, der dem Iran zu nahe steht.aljazeera
In Falludscha äußerte der sunnitische Stammesführer Abdulrahman al-Zobaie eine deutlichere Einschätzung. Alle Iraker streben nach voller Souveränität, und kein Iraker würde das bestreiten, sagte er gegenüber Reuters. Aber ich glaube, dass der Abzug der Koalition auf diese Weise und die Schaffung eines Vakuums genau das ist, was alle Iraker fürchten.militarytimes+1