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reuters+1theintelligencer+1aljazeera+1Truppen aus Tigray haben in der Nacht zum Mittwoch die Kontrolle über den wichtigsten Flughafen in Mekelle, der Hauptstadt der äthiopischen Region Tigray, übernommen. Dies veranlasste Ethiopian Airlines dazu, alle Flüge in die Region auszusetzen, und schürte Befürchtungen vor einer Rückkehr zum verheerenden Bürgerkrieg von 2020 bis 2022.
Drei lokale Quellen, darunter ein Sicherheitsvertreter, berichteten gegenüber Reuters, dass Kämpfer der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) den Flughafen Alula Aba Nega von einem kleinen Kontingent der Bundespolizei übernommen hätten. Ein Flughafenmitarbeiter erklärte gegenüber AFP, man sei aufgefordert worden umzukehren, da "der Flughafen von Tigray-Kräften eingenommen wurde". Die staatliche Fluggesellschaft teilte in sozialen Medien mit, sie habe Flüge nach Mekelle, Axum und Shire "aufgrund der aktuellen Lage in der Region Tigray" ausgesetzt. Keine andere Fluggesellschaft betreibt Linienflüge in die Region.aljazeera+2
Stunden später erklärte die Regionalregierung von Tigray, sie habe einen "Verteidigungskrieg" gegen die Bundestruppen begonnen.reuters+1
Die Konfrontation weitete sich rasch über die Grenzen der Region aus. Mehrere humanitäre und sicherheitspolitische Quellen berichteten AFP, dass in der Nacht Kämpfe zwischen TPLF-Kräften und äthiopischen Bundestruppen in der benachbarten Region Afar, bei Abala und Erebti, ausgebrochen seien. Ein ehemaliger hochrangiger TPLF-Funktionär behauptete gegenüber AFP, Tigray-Kräfte hätten die Kontrolle über sechs Orte in Afar übernommen und die Bundestruppen seien "auf schnellem Rückzug".freemalaysiatoday+1
Die Behörden in Tigray behaupteten, dass am 22. September Flugzeuge, Drohnen und Artillerie gegen mehrere Gebiete in Tigray eingesetzt wurden, bevor die Bundestruppen am Mittwoch eine Bodenoffensive starteten. Die Bundesregierung hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung die Bodenoffensive weder öffentlich bestätigt noch auf Anfragen reagiert.kulu-media+1
Die Eskalation folgt auf die Ankündigung der TPLF am Sonntag, sich mit sechs weiteren bewaffneten Gruppen – darunter die Amhara Fano National Movement und die Oromo Liberation Army – zu einer neuen Koalition namens Ethiopian Peoples' Forces Alliance for Survival zusammengeschlossen zu haben, die den Sturz der Regierung von Premierminister Abiy Ahmed anstrebt. Die New York Times berichtete, Analysten seien der Ansicht, dass den Rebellen die Mittel fehlten, um Abiy zu stürzen, der im Juni wiedergewählt wurde, warnten jedoch, dass eine Rückkehr zum Krieg verheerend sein könnte.nytimes+1
Der Tigray-Krieg von 2020 bis 2022 forderte laut Schätzungen der Afrikanischen Union etwa 600.000 Menschenleben. Das im November 2022 unterzeichnete Friedensabkommen von Pretoria beendete die Kämpfe, ließ jedoch zentrale Fragen offen, darunter Gebietsstreitigkeiten und die Lage vertriebener Bevölkerungsgruppen. Eine fragile Ruhe hielt bis Ende 2025, als die Kämpfe wieder aufflammten.firstpost+1
Die Spannungen wurden durch jüngste Drohnenangriffe der Bundesregierung in Tigray verschärft. Am 20. September zerstörte ein Angriff einen Lastwagen mit mehr als 41 Tonnen Nahrungsmittelhilfe für Vertriebene in Sheraro, was die Verurteilung der Vereinigten Staaten nach sich zog. Abiy-Sprecherin Billene Seyoum beschuldigte die Allianzmitglieder, mit finanzieller Unterstützung des benachbarten Eritrea zusammenzuarbeiten – ein Vorwurf, den Asmara wiederholt zurückgewiesen hat.ghanaweb+2
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich am Montag laut der New York Times "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde Sicherheitslage". Analysten warnen, dass eine Rückkehr zu einem umfassenden Konflikt in Äthiopien, dem zweitbevölkerungsreichsten Land Afrikas, den Sudan und Eritrea in einen breiteren regionalen Krieg hineinziehen könnte, während Kriege im Nahen Osten das Horn von Afrika bereits destabilisiert haben.nytimes
Jawar Mohammed, ein äthiopischer politischer Analyst, sagte gegenüber Reuters, er glaube nicht, dass die TPLF das Vertrauen für einen umfassenden Konflikt habe. "Es könnte ein Muskelspiel sein, um an die internationale Gemeinschaft zu appellieren, einzugreifen und das Abkommen von Pretoria stärker zu aktivieren", sagte er.cnbcafrica