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Phys.org+2.Phys.org+2.Phys.org+2.Phys.org+1.Phys.org+1.Jüngste Forschungen haben ergeben, dass die rätselhaften Steinreihen in der französischen Region Carnac, die aus über 3.000 aufrecht stehenden Steinen entlang einer 10 Kilometer langen Küstenlandschaft bestehen, auf die Zeit zwischen 4600 und 4300 v. Chr. zurückgehen. Damit gehören sie zu den frühesten Megalithmonumenten in Europa und bestätigen die Bucht von Morbihan als die älteste Megalithregion Europas.
Die Fundstelle Le Plasker, die im Zentrum von Plouharnel nur 2 km westlich der Steinreihen von Le Ménec in Carnac liegt, wurde während Rettungsgrabungen im Herbst 2020 vor der Erschließung eines Gewerbegebiets entdeckt. Die von Audrey Blanchard von Archeodunum geleitete Ausgrabung umfasste etwa 7.000 Quadratmeter, wobei Forscher vermuten, dass sich die ursprüngliche Stätte wahrscheinlich über diesen Bereich hinaus erstreckte. Auf einem nach Südwesten ausgerichteten Hang mit Blick auf die Bucht von Quiberon gelegen, bot die strategische Position von Le Plasker während der Jungsteinzeit, als der Meeresspiegel etwa fünf Meter niedriger war als heute, Sichtbarkeit zum und vom Meer.The Brighter Side of News+3
Die Ausgrabung enthüllte eine komplexe archäologische Landschaft, darunter Fundamentgruben entfernter Megalithen, die in Reihen angeordnet waren, feuerbezogene Merkmale wie Kochgruben, die möglicherweise bei Ritualen verwendet wurden, sowie ein monumentales Grab, das um 4700 v. Chr. direkt über den Überresten einer mesolithischen Jäger-und-Sammler-Hütte errichtet wurde. Diese Gegenüberstellung von häuslichen und zeremoniellen Merkmalen liefert wertvolle Einblicke in die soziale Organisation frühneolithischer Gemeinschaften und ihre Beziehung zu den Stätten ihrer Vorfahren. Die Nähe des Standorts zu anderen bekannten Steinreihen – einschließlich Le Vieux Moulin nur 800 m nordwestlich – bestätigt ihn als integralen Bestandteil des größeren Megalithkomplexes von Carnac.arkeonews.net+2
Die Bucht von Morbihan wurde nun endgültig als Wiege der europäischen Megalithkultur bestätigt, dank des bahnbrechenden französisch-schwedischen NEOSEA-Projekts unter der Leitung von Dr. Bettina Schulz Paulsson von der Universität Göteborg. Durch die Verwendung von fast 50 Radiokohlenstoffproben, die mit Bayesscher statistischer Modellierung analysiert wurden, erreichten die Forscher eine beispiellose chronologische Präzision bei der Datierung der Steinreihen von Carnac und etablierten sie als die frühesten bekannten Megalithmonumente Europas. Diese Entdeckung verändert unser Verständnis der neolithischen europäischen Gesellschaften erheblich, da sie sogar die berühmten Steinkreise der Britischen Inseln zeitlich übertrifft.Phys.org+2
Die Forschung datierte die Steinreihen nicht nur auf 4600-4300 v. Chr., sondern entdeckte auch ein monumentales frühes Grab, das um 4700 v. Chr. direkt über den Überresten einer mesolithischen Jäger-und-Sammler-Hütte errichtet wurde. Diese stratigraphische Beziehung zwischen mesolithischen und neolithischen Strukturen liefert entscheidende Beweise für das Verständnis des Übergangs zwischen diesen Perioden und deutet auf eine mögliche kulturelle Kontinuität oder eine bewusste Verbindung zu den Stätten der Vorfahren durch die Megalithbauer hin. Das enorme Ausmaß des Komplexes von Carnac – mit Tausenden von Steinen, die über sechs Meilen angeordnet sind – demonstriert die bemerkenswerten organisatorischen Fähigkeiten dieser frühneolithischen Gemeinschaften.arkeonews.net+2
Die präzise Datierung der Megalithreihen von Carnac auf 4600-4300 v. Chr. wurde durch innovative archäologische Techniken erreicht, die frühere Einschränkungen überwanden. Forscher sammelten fast 50 Radiokohlenstoffproben aus Le Plasker und wandten Bayessche statistische Modellierung an, um sie mit beispielloser chronologischer Präzision zu analysieren. Dieser methodische Durchbruch war besonders bedeutsam, da die sauren Böden von Morbihan die Erhaltung von organischem Material, insbesondere Knochen, normalerweise verhindern, was zuvor die Datierungsmöglichkeiten in der Region eingeschränkt hatte.Discover Magazine+1
Obwohl viele der ursprünglichen Steine entweder in der Vorgeschichte oder in historischen Zeiten entfernt wurden, blieben ihre Fundamentgruben intakt und lieferten entscheidendes Datierungsmaterial. Das Ausgrabungsteam analysierte Sedimente und Steinfragmente aus diesen Gruben sowie Holzkohleproben aus angrenzenden Feuerstellen und Kochstellen, die zeitgleich mit den Steinreihen zu sein schienen. Dieser umfassende Ansatz etablierte die Steinreihen von Carnac nicht nur als Europas älteste Megalithmonumente, sondern enthüllte auch ihre Verbindung zu feuerbezogenen Merkmalen, was auf mögliche rituelle Aktivitäten wie Beleuchtung, Kochen oder Festmähler während ihrer Errichtung hindeutet.Phys.org+2