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miragenews+1discovermagazinemiragenews+1Pottwale geben während eines vertikalen Nickerchens unter Wasser Gasblasen ab, um nicht an die Oberfläche zu treiben, wie aus einer am Mittwoch im Journal of Experimental Biology veröffentlichten Studie hervorgeht. Die von Wissenschaftlern der University of St Andrews und der Université de Neuchâtel durchgeführte Untersuchung enthüllt erstmals den physiologischen Mechanismus, der es diesen Meeresriesen ermöglicht, ihre ungewöhnliche Schlafposition beizubehalten.miragenews+2
Pottwale sind die einzigen Wale, von denen bekannt ist, dass sie sich vertikal ausruhen und dabei 10 bis 15 Minuten lang mit dem Kopf nach oben unter der Meeresoberfläche hängen. Ihr Körper hat von Natur aus einen positiven Auftrieb aufgrund großer Mengen an gering dichtem Spermaceti-Öl im Kopf und des Gases in ihrer Lunge. Wenn ein ruhender Wal nach oben treibt, dehnt sich dieses Gas durch den abnehmenden Wasserdruck aus und drückt ihn weiter an die Oberfläche.miragenews+1
Das Ablassen von Blasen verringert das Gasvolumen und bringt den Wal näher an einen neutralen Auftrieb, sodass er getaucht bleiben kann, ohne zu schwimmen. Forscher registrierten Blasen bei 56 von 61 Ruhephasen, also fast 92 Prozent, wobei die Wale durchschnittlich etwa achtmal pro Nickerchen Gas abgaben. Ein Tauchgang beinhaltete 36 separate Blasenabgaben. Wale, die näher an der Oberfläche ruhten, bliesen mehr Blasen, etwa elfmal pro Nickerchen, während solche, die aus größerer Tiefe aufstiegen, nur drei oder viermal Blasen abgaben.discovermagazine+1
Von kleinen Booten vor den norwegischen Lofoten aus nutzte das Team Stangen, um Aufzeichnungs-Tags mit Saugnäpfen an 42 männlichen Pottwalen anzubringen, die in acht Sommern zwischen 2005 und 2019 markiert wurden. Die Mikrofone der Tags erfassten Blasenausbrüche, während die Tiere auf hörten zu schwimmen und sich in ihre aufrechten Ruhepositionen drehten.discovermagazine
Ein Computermodell bestätigte, dass die Blasenabgaben dazu dienten, den Aufstieg der Wale zu verlangsamen. Als die Forscher das Gasvolumen in ihrer Simulation konstant hielten, stiegen die modellierten Wale viel schneller auf als die echten. Das geschätzte Gasvolumen sank zwischen Abschnitten eines Ruhetauchgangs um durchschnittlich 5,2 Prozent.discovermagazine
Die Wale begannen Ruhetauchgänge auch mit viel weniger Gas, etwa 8 Milliliter pro Kilogramm Körpermasse, verglichen mit 26,4 Millilitern bei Futtersuchtauchgängen.discovermagazine
"Es ist besonders faszinierend, dass sie diese feinen Anpassungen vornehmen können, während sie vermutlich schlafen, eine Herausforderung, die Landsäugetieren wie uns Menschen völlig fremd ist", sagte Patrick Miller, Professor an der Sea Mammal Research Unit der University of St Andrews.miragenews+1
Forscher wissen immer noch nicht, was die jeweilige Blasenabgabe auslöst oder ob die Wale diese Anpassungen bewusst vornehmen. Die Blasen könnten auch überschüssiges Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff abführen, was bedeutet, dass die Auftriebskontrolle möglicherweise nicht ihre einzige Funktion ist.discovermagazine