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nytimesnbcnews+1reutersDie Weltwirtschaft trat diese Woche in eine volatile neue Phase ein, als die Ölpreise 100 Dollar pro Barrel erreichten, die Trump-Regierung umfassende Zölle auf 60 Handelspartner verhängte und die Anleiherenditen in die Höhe schnellten. Dies hat die Angst vor einer Stagflation neu entfacht, die in dieser Intensität seit den ersten Monaten des US-Iran-Konflikts nicht mehr zu spüren war.
Die globalen Ölpreise stiegen am Donnerstag erstmals seit Mai auf 100 Dollar pro Barrel, angetrieben durch den eskalierenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der die Energieversorgung im Persischen Golf und im Roten Meer unterbrochen hat, so die New York Times. Analysten von RBC Capital Markets warnten, dass ein vollständiger regionaler Krieg die Preise auf 150 Dollar pro Barrel treiben könnte. Die europäischen Erdgaspreise sind auf den höchsten Stand seit März gestiegen, wobei die niederländischen TTF-Futures inmitten von Angriffen auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus auf über 700 Dollar pro tausend Kubikmeter kletterten.nytimes+1
Am selben Tag kündigte der US-Handelsbeauftragte Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Waren von 60 Handelspartnern an, darunter die Europäische Union, China, Kanada, das Vereinigte Königreich und Japan, die ab Freitag um 00:01 Uhr in Kraft traten. Die Abgaben, die gemäß Abschnitt 301 des Handelsgesetzes als gezielte Maßnahmen gegen Zwangsarbeit gerechtfertigt sind, ersetzen einen vorläufigen globalen Zoll von 10 Prozent, der um Mitternacht auslief. Automobile, Pharmazeutika, Öl und Gas sowie Düngemittel sind ausgenommen.nbcnews+2
Die Europäische Zentralbank beließ ihren Einlagensatz am Mittwoch bei 2,25 Prozent und pausierte damit nach ihrer überraschenden Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt im Juni, der ersten Straffung der EZB seit 2023. Die Märkte rechnen nun mit etwa zwei weiteren Zinserhöhungen bis Jahresende, wobei die nächste Erhöhung allgemein für September erwartet wird.economictimes+3
Die Renditen für US-Staatsanleihen sind als Reaktion darauf stark gestiegen. Die 10-jährige Rendite erreichte laut Daten der Federal Reserve am 22. Juli 4,67 Prozent, wobei CNBC von Intraday-Höchstständen über 4,70 Prozent berichtete. Der 30-jährige Festhypothekenzins stieg am Donnerstag laut Mortgage News Daily auf 6,81 Prozent, den höchsten Stand seit Wochen.cnbc+2
Der Chefökonom der Weltbank, Indermit Gill, sagte am Dienstag gegenüber Reuters Thomson Reuters Corporation , dass eine Eskalation im schlimmsten Fall das globale Wachstum im Jahr 2026 auf nur 1,3 Prozent drücken könnte, was einer mehr als Halbierung des im letzten Jahr verzeichneten Wachstums von 2,9 Prozent entspräche, während die weltweite Inflation auf 4,5 Prozent steigen würde. Die Juni-Prognose der Bank sah bereits eine Verlangsamung des Wachstums auf 2,5 Prozent vor.worldbank+1
Das Zusammentreffen von Energieschocks, Handelshemmnissen und sich verschärfenden finanziellen Bedingungen stellt die politischen Entscheidungsträger vor ein Dilemma, das die 1970er Jahre prägte: wie man die Inflation bekämpft, ohne das Wachstum abzuwürgen. Wie Gill gegenüber Reuters warnte, wird dieser Pfad umso schmaler, je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert.reuters