Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

english.nv+1investing+1bbc+1Die niederländische Zentralbank hat diese Woche bestätigt, dass sie zwischen März und August heimlich 86 Tonnen Gold aus Tresoren in den USA und Kanada nach London transferiert hat. Dies ist der jüngste Fall in einer Reihe europäischer Zentralbanken, die ihre Reserven angesichts einer von Vertretern beklagten wachsenden geopolitischen Instabilität aus Nordamerika abziehen.
Die De Nederlandsche Bank erklärte, die Operation diene dazu, die Liquidität und Krisenbereitschaft ihrer Reserven zu verbessern, die sich auf insgesamt 612,4 Tonnen im Wert von 72,2 Milliarden Euro belaufen. Durch den Transfer stieg der Anteil Londons an den niederländischen Goldbeständen von 18,1 % auf 32,1 %, womit die Bank of England London Stock Exchange zum wichtigsten ausländischen Lagerort des Landes wird.english.nv+2
„Mit dieser Verlagerung haben wir die Handelbarkeit unserer Goldreserven verbessert. Wir gehen davon aus, dass wir sie niemals nutzen müssen, aber wir müssen unsere Widerstandsfähigkeit und Vorsorge stärken“, sagte DNB-Gouverneur Olaf Sleijpen.economictimes+1
Anstatt die gesamten 86 Tonnen physisch über den Atlantik zu verschiffen, wählte die DNB einen kombinierten Ansatz. Sie verkaufte rund 59 Tonnen in New York und kaufte eine entsprechende Menge in London, während sie mehr als 27 Tonnen physisch von Nordamerika in ihr Bargeldzentrum in Zeist transportierte. Eine ähnliche Menge wurde anschließend von Zeist nach London geschickt. Durch diese Methode musste das Gold nicht umgeschmolzen werden, um den unterschiedlichen Marktstandards zu entsprechen: London verwendet 400-Unzen-Barren, während die US-Warenterminbörse Comex CME Group Inc. kleinere Formate nutzt. Zudem wurden so Engpässe in den Raffinerien umgangen, die frühere Operationen verzögert hatten.investing+2
Die französische Banque de France hatte zuvor eine ähnliche Operation durchgeführt und 129 Tonnen von New York nach Europa verlagert. Die französische Zentralbank nannte dafür einen anderen Grund: Die in New York gelagerten Barren entsprachen nicht dem Reinheitsstandard von 99,99 % der London Bullion Market Association. Die Transaktion führte im Jahr 2025 zu einem außergewöhnlichen Buchgewinn von 11 Milliarden Euro.economictimes
Die italienische Banca d'Italia erklärte, sie habe „keinerlei Transfer von Goldreserven durchgeführt“, und distanzierte sich damit von der niederländischen Entscheidung. Auch die Deutsche Bundesbank Deutsche Börse AG lehnte es ab, ihre verbleibenden Bestände aus den USA abzuziehen, und bezeichnete die Federal Reserve Bank of New York als einen „äußerst wichtigen und zuverlässigen Lagerort“.ilsole24ore+1
Diese Diskrepanz spiegelt unterschiedliche strategische Erwägungen wider, doch der übergeordnete Trend ist eindeutig. Eine Umfrage des World Gold Council unter 76 Zentralbanken ergab, dass 89 % mit einem Anstieg der weltweiten Goldreserven im nächsten Jahr rechnen, während 74 % einen Rückgang des Dollar-Anteils an den Reserven erwarten. In den vergangenen vier Jahren haben die Zentralbanken jährlich durchschnittlich 1.000 Tonnen Gold gekauft, was doppelt so viel ist wie im Jahrzehnt davor.english.nv+3
Joseph Cavatoni, leitender Marktstratege beim World Gold Council, erklärte gegenüber der BBC, dass Konflikte und Handelsspannungen bei diesen Entscheidungen zwar eine Rolle spielten, aber nicht die Haupttreiber seien. „Ich habe nicht das Gefühl, dass uns der Untergang bevorsteht“, sagte er. „Aber ich denke, dass die Verantwortlichen besser darüber aufgeklärt sind, wie sie ihre Reservebestände verwalten sollten“.bbc