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iflscience+2iflscience+2iflscience+1iflscience+1iflscience+1Forscher in Spanien haben in verlassenen Nestern von Bartgeiern eine Schatzkammer jahrhundertealter menschlicher Artefakte entdeckt und diese Strukturen in unerwartete archäologische Goldgruben verwandelt. Die am 1. Oktober in der Fachzeitschrift Ecology veröffentlichten Ergebnisse zeigen, wie diese bedrohten Vögel fast 700 Jahre lang als unbeabsichtigte Museumskuratoren fungierten.iflscience+2
Zwischen 2008 und 2014 untersuchten Wissenschaftler des Instituts für Wildtierforschung, der Universität Granada und der Universität Kantabrien 12 alte Bartgeiernester in Südspanien, wo die Art vor 70 bis 130 Jahren verschwand. Unter den insgesamt 2.483 katalogisierten Überresten identifizierten die Forscher 226 von Menschenhand gefertigte Artefakte, darunter Waffen, Textilien und Werkzeuge aus dem Mittelalter.popsci+3
Die außergewöhnlichste Entdeckung war eine vollständige, aus Espartogras geflochtene Sandale, die mittels Radiokohlenstoffdatierung auf ein Alter zwischen 652 und 696 Jahren bestimmt wurde – was sie in das 14. Jahrhundert einordnet. Weitere bemerkenswerte Funde waren ein verziertes Stück Schaffell, das etwa 650 Jahre alt ist, ein geflochtener Korb, der auf 150 Jahre geschätzt wird, sowie Waffen wie ein Armbrustbolzen und eine Holzlanze.nationalgeographic+4
„Dank der Solidität der Bartgeier-Neststrukturen und ihrer Lage im westlichen Mittelmeerraum fungierten sie als natürliche Museen, die historisches Material in gutem Zustand konservierten“, schrieben die Forscher. Die Felsenhöhlen, in denen diese territorialen Greifvögel ihre Nester bauen, bieten ideale Erhaltungsbedingungen mit stabilen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit.phys+1
Über ihre archäologische Bedeutung hinaus bieten die Nester beispiellose Einblicke in historische Ökosysteme. Die 2.117 Knochenüberreste, 86 Hufe und 43 Eierschalen dokumentieren die Ernährungsgewohnheiten und Umweltbedingungen über Jahrhunderte hinweg. Der leitende Forscher Antoni Margalida vom Pyrenäen-Institut für Ökologie verglich die Bedingungen in den Höhlen mit denen eines naturhistorischen Museums.4vultures+3
Die Entdeckungen könnten sich als entscheidend für Schutzbemühungen erweisen. Toxikologische Analysen konservierter Eierschalen könnten aufzeigen, wann Geier Pestiziden ausgesetzt waren, während Knochenvariationen auf Ernährungsumstellungen im Laufe der Zeit hindeuten könnten. Diese Informationen sind entscheidend, um zu verstehen, wie Bartgeier – Europas am stärksten bedrohte Geierart mit nur noch 309 verbleibenden Brutpaaren – in Südspanien ausstarben und wie ein weiterer Rückgang der Population verhindert werden kann.nationalgeographic+2