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business-standard.com.interfax.com.straitstimes.com+1.Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag, dem 5. November, ein Dekret unterzeichnet, das die russischen Vermögenswerte von Japan Tobacco International unter die vorläufige Verwaltung eines russischen Unternehmens stellt, wie Reuters berichtete. Tokio legte am Freitag Protest ein und forderte die Rücknahme der Anordnung. JTI ist die internationale Sparte von Japan Tobacco. Der Schritt macht das Unternehmen zum jüngsten ausländischen Konzern, der die Kontrolle über seine Aktivitäten in Russland verliert, und verschärft die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Japan und Russland weiter.reuters.com
Laut Interfax überträgt das Dekret die Beteiligungen von JTI an vier russischen Unternehmen, Donskoy Tabak, Petro, JTI Yelets und Kres Neva, an ein Unternehmen namens JSC Industrial Assets. Wie Interfax mitteilte, enthält das Dekret keine Einzelheiten darüber, welches eingetragene Unternehmen dieses Namens das Geschäft führen wird. Es hieß auch, dies sei das erste Mal, dass der Mechanismus gegen einen Tabakkonzern angewendet wurde. Die Produktionsstätten befinden sich in St. Petersburg, Rostow am Don sowie in den Regionen Leningrad und Lipezk, meldete NHK. JTI beschäftigt in Russland rund 4.000 Mitarbeiter, berichtete The Japan Times.japantimes.co.jp+2
Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS erklärte, die Anordnung stütze sich auf ein Dekret vom April 2023, das es Moskau erlaubt, Vermögenswerte von Einheiten aus „unfreundlichen“ Staaten zu übernehmen. Ein Unternehmen unter diesem System behält zwar das rechtliche Eigentum, verliert jedoch in der Praxis die Steuerungskontrolle, merkte Jiji Press an.tass.com+1
Für das Unternehmen steht viel auf dem Spiel. Russland steuert laut The Straits Times rund 10 % zum Umsatz und etwa 25 % zum Betriebsgewinn der Gruppe bei. SMBC-Nikko-Analyst Tsukasa Furuta schätzte laut Bloomberg, dass das Unternehmen 100 bis 200 Milliarden Yen an Barmitteln und Einlagen in Russland hält, die dort feststecken könnten. Die Aktien des Unternehmens wurden am Freitagmorgen in Tokio nicht gehandelt und standen vor einem Aussetzer durch das tägliche Verlustlimit. Das japanische Finanzministerium besitzt 37,55 % des Unternehmens, berichtete The Japan Times.business-standard.com+2
„Wir haben bei der russischen Regierung Protest eingelegt und sie aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa die Rücknahme der Schritte“, sagte Handelsminister Ryosei Akazawa am Freitag laut Bloomberg. Er sagte, Tokio sei nach früheren Beschlagnahmen von Vermögenswerten westlicher Unternehmen „gewarnt gewesen“. Chefkabinettssekretär Minoru Kihara erklärte, dass japanische Beamte auf einer Russland-Reise bei Moskau Protest eingelegt hätten und dass ein Beamter des Außenministeriums dieselbe Forderung gegenüber dem russischen Botschafter erhoben habe, berichtete NHK. JTI erklärte, man prüfe „die Lage und unsere Optionen, wobei wir unsere Stakeholder, insbesondere unsere Mitarbeiter, priorisieren“, berichtete The Straits Times.www3.nhk.or.jp+2
Der Kreml hatte die russischen Vermögenswerte von Nestlé und Auchan im September unter vorläufige Verwaltung gestellt, berichtete Bloomberg. Westliche Unternehmen, die dieses Verfahren durchliefen, wurden später mit hohen Abschlägen an russische Käufer verkauft, meldete NHK unter Berufung auf die Associated Press.business-standard.com+1
Die Übernahme folgt auf Putins Besuch im August auf Etorofu, einer der von Russland kontrollierten Inseln, die von Japan beansprucht werden. Sie erfolgt zudem, nachdem Russland im Oktober den Journalisten Yuki Imai von der Zeitung Hokkaido Shimbun unter Spionagevorwürfen festgenommen hatte, wie The Japan Times berichtete. James Brown, Professor an der Temple University, erklärte laut Bloomberg, dass Japans Finanzierung eines NATO-Programms zum Kauf US-amerikanischer Waffen für die Ukraine Japan in den Augen Moskaus „in eine andere Kategorie eingeordnet“ habe.japantimes.co.jp+1