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global-energy-flow+1severe-weather+1facebook+1Europas Energiemärkte geraten zunehmend unter Druck, da eine Ansammlung von Krisen den Kontinent zu Beginn des Winters in eine gefährliche Unterversorgung zu stürzen droht. Eine vierte Hitzewelle seit Mai zieht über den Kontinent, eine anhaltende Dürre hat den Rhein auf Tiefststände nahe historischer Rekorde gesenkt und der andauernde Iran-Konflikt stört weiterhin die weltweite Versorgung mit Flüssigerdgas: Damit wächst die Sorge vor der angespanntesten Versorgungslage im Winter seit mehr als einem Jahrzehnt.
Die EU-Gasspeicher waren Ende Juli nur zu rund 54 % gefüllt, was laut Daten von Gas Infrastructure Europe etwa 12 Prozentpunkte unter der jahreszeitlichen Norm der letzten fünf Jahre liegt. Energy Aspects warnte, dass die Speicherstände um 15 Milliarden Kubikmeter unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegen, weshalb die TTF-Preise über den Sommer hinweg hoch bleiben müssen, um Anreize für die Einspeicherung zu schaffen. Die Financial Times berichtete Ende Juni, dass Europa Gefahr läuft, mit den niedrigsten Gasvorräten seit mindestens 15 Jahren in die Heizperiode zu gehen. Diese Einschätzung wird auch vom Weltwirtschaftsforum geteilt.global-energy-flow+4
Der Chef der British-Gas-Muttergesellschaft Centrica plc warnte vergangene Woche, dass dem Vereinigten Königreich im Winter Energieengpässe drohen, da die Großhandelspreise für Gas ein Jahreshoch erreichten. Die niederländischen TTF-Erdgas-Futures stiegen im Juli angesichts zunehmender Sorgen über das Angebot wieder über 60 Euro pro Megawattstunde. Daten von Trading Economics zeigten, dass die Preise im vergangenen Monat um fast 37 % gestiegen sind.yahoo+2
Eine historische vierte Hitzewelle wird den Vorhersagen von Unwetteranalysten zufolge im gesamten Mittelmeerraum für Temperaturen von über 40 °C sorgen. Die extreme Hitze schränkt die französische Kernkrafterzeugung ein, da warmes Flusswasser die Kühlkapazität begrenzt, während Hitzehochdrucklagen die Windenergieerzeugung dämpfen. Unterdessen berichtete Reuters am 27. Juli, dass der Wasserstand des Rheins am Nadelöhr Kaub bis Ende der Woche voraussichtlich auf etwa 20 Zentimeter sinken werde, was Frachtschiffe dazu zwingt, mit nur 15 bis 20 % ihrer Kapazität zu fahren. Deutsche Welle berichtete unter Berufung auf das Institut für Weltwirtschaft in Kiel, dass die niedrigen Wasserstände das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 % schmälern könnten.facebook+4
Die Störung geht auf Ende Februar zurück, als Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran Teheran dazu veranlassten, die Straße von Hormus zu schließen, wodurch etwa 20 % des weltweiten LNG-Angebots blockiert wurden. Ein anschließender iranischer Angriff auf die katarische Anlage in Ras Laffan im März beschädigte zwei von 14 LNG-Zügen und verknappte die Märkte weiter. S&P Global schätzt, dass das prognostizierte globale LNG-Angebotswachstum für 2026 von 11 % auf nur noch 1 % eingebrochen ist.oxfordenergy+1
Zusätzlichen Druck baut Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. auf: Die Bank wies darauf hin, dass Chinas Abbau von Erdgasreserven auf stärkere LNG-Importe vor dem Winter hindeutet. Dies verstärkt die Aufwärtsrisiken für die europäischen Gaspreise, insbesondere wenn die Störungen an der Straße von Hormus anhalten. Der Wettbewerb um verfügbare Ladungen zwischen asiatischen und europäischen Käufern könnte sich mit Herannahen der Nachfragespitze in der Heizperiode verschärfen und Europas Speicherpuffer gefährlich dünn werden lassen.energynow