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live.euronext+1live.euronext+1live.euronext+1Die Europäische Zentralbank teilte am Montag mit, dass sich Änderungen der Erdgasgroßhandelspreise in mehr als der Hälfte der Länder des Euroraums nun innerhalb von ein bis drei Monaten auf die Verbraucherinflation auswirken. Dies ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber 2022, die die Bemühungen der Zentralbank erschwert, die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 Prozent zu bringen.live.euronext+1
In einem am Montag veröffentlichten Wirtschaftsbulletin stellte die EZB fest, dass der Anteil der Länder mit langsamen Durchlaufzeiten von 13 bis 24 Monaten seit 2022 von etwa 40 Prozent auf nur noch 5 Prozent gesunken ist. Dies ist auf die Marktliberalisierung nach der Krise, flexiblere Preisstrukturen und kürzere Festpreisverträge auf den europäischen Energiemärkten zurückzuführen.investinglive+1
Die Ergebnisse kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Wirtschaft des Euroraums. Die Erdgasgroßhandelspreise liegen mehr als 140 Prozent über dem Vorjahresniveau, angetrieben durch den Krieg im Iran und ein begrenztes weltweites Angebot, während niedrige Lagerbestände in Europa das Risiko weiterer Anstiege erhöhen. Die Gesamtinflation im Euroraum liegt bereits über 3 Prozent, und einige Ökonomen prognostizieren, dass sie bis Ende des Jahres 4 Prozent erreichen könnte.investing+1
Die EZB hat in den letzten Monaten bereits zweimal die Zinsen angehoben, und die schnellere Weitergabe der Gaspreise an die Verbraucherkosten erhöht den Druck auf Präsidentin Christine Lagarde, weitere Erhöhungen in Erwägung zu ziehen. Das Bulletin bot jedoch einen beruhigenden Hinweis: Die Strompreise reagieren nun weniger empfindlich auf Gasschwankungen als in früheren Zyklen, da der Ausbau der Produktion erneuerbarer Energien die Rolle fossiler Brennstoffe bei der Festlegung der marginalen Stromkosten verringert.live.euronext+1
"Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich Veränderungen der Gasgroßhandelspreise etwas schneller auf die HICP-Gasinflation auswirken könnten als in der Vergangenheit, jedoch weniger stark auf die HICP-Strominflation", so die EZB.live.euronext
Am Montag gaben die europäischen Gaspreise nach, wobei der niederländische Benchmark-Terminkontrakt TTF fiel, da zunehmende Anzeichen dafür, dass Tankschiffe alternative Routen um Engpässe im Persischen Golf finden, dazu beitrugen, extreme Risikoprämien abzubauen. Dennoch bedeutet die strukturelle Veränderung der Durchlaufgeschwindigkeit, dass das Zeitfenster für politische Entscheidungsträger, um zu beurteilen, ob ein Gaspreisanstieg vorübergehend ist, erheblich geschrumpft ist.investing+1
Unabhängig davon warnte EZB-Ratsmitglied Fabio Panetta bei einer Veranstaltung in Mailand, dass auch die Verteilung der Gewinne aus künstlicher Intelligenz die Inflationsdynamik prägen werde. Wenn KI in erster Linie das erwartete Arbeitseinkommen erhöht, könnte die Nachfrage steigen, bevor sich Produktivitätsvorteile materialisieren, was den Inflationsdruck verlängern würde, so Panetta. Wenn stattdessen die Automatisierung dominiert, könnte ein schwächerer Konsum dazu führen, dass disinflationäre Effekte früher eintreten.globalbankingandfinance+1
"Zentralbanken können nicht an der Seitenlinie bleiben", sagte Panetta und fügte hinzu, dass das Verständnis der laufenden Veränderungen "immer wichtiger für die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken" sei.globalbankingandfinance