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bloomberg+1reuters+1ecb.europa+1Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, erklärte am Montag vor dem Europäischen Parlament, dass sich die Eurozone bei der Inflation in einem „mittleren Szenario“ befinde – einem Szenario, das eine maßvolle politische Anpassung erfordert, aber keine aggressive Straffungskampagne. Ihre Äußerungen erfolgten weniger als zwei Wochen, nachdem die EZB die Zinsen zum ersten Mal seit September 2023 angehoben hatte.
Vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Parlaments sagte Lagarde, das aktuelle Überschreiten des Inflationsziels sei zu groß, um es zu ignorieren, ohne das 2-Prozent-Ziel der EZB zu gefährden. Es gebe jedoch „noch keine Anzeichen für eine Entankerung der Inflationserwartungen oder Zweitrundeneffekte, die zu diesem Zeitpunkt eine kraftvollere politische Reaktion rechtfertigen würden“.reuters+1
Lagarde hatte zuvor drei mögliche Szenarien für den politischen Kurs der Bank skizziert. Sie bestätigte, dass sich die Eurozone im zweiten dieser Fälle befinde – ein vorübergehendes, aber bedeutsames Überschreiten der Preise, das eine „maßgeschneiderte und abgestufte“ Reaktion erfordert. Die kurzfristigen Inflationserwartungen seien deutlich über das Vorkriegsniveau gestiegen, während die langfristigen Erwartungen weiterhin bei 2 % verankert seien.econostream-media+1
Die EZB hob ihren Einlagensatz am 11. Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 % an, die erste Erhöhung seit 2023, nachdem die Inflation in der Eurozone aufgrund der steigenden Energiepreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten die 3-Prozent-Marke überschritten hatte. Die Prognosen der Mitarbeiter des Eurosystems sehen nun eine Gesamtinflation von durchschnittlich 3,0 % im Jahr 2026, 2,3 % im Jahr 2027 und 2,0 % im Jahr 2028 vor.ecb.europa+2
Bei einem separaten Auftritt vor dem Europäischen Parlament am Dienstag schlug EZB-Chefvolkswirt Philip Lane einen vorsichtigeren Ton an und warnte, dass die Inflation „noch einige Zeit“ über 2 % bleiben könnte, selbst wenn sich die Friedensaussichten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verbessern.bloomberg+1
Lane verwies auf zukunftsorientierte Indikatoren wie Einkaufsmanagerumfragen und Verkaufspreiserwartungen als Signale für anhaltenden Inflationsdruck in den kommenden Monaten. Er fügte hinzu, dass der Anstieg der Energiepreise die Inflation voraussichtlich bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 deutlich über dem Zielwert halten werde.mitrade+1
Die Finanzmärkte haben ein bis zwei zusätzliche Zinserhöhungen bis zum Jahresende eingepreist, wobei die nächste Anpassung für September oder Oktober erwartet wird. Der neutrale Zinssatz der EZB wird derzeit auf zwischen 1,75 % und 2,50 % geschätzt, was auf begrenzten Spielraum für weitere Straffungen hindeutet, bevor die Politik in restriktives Terrain gerät.reuters+1
Die nächste planmäßige politische Sitzung der EZB findet am 23. Juli statt, gefolgt vom 10. September. Lagarde legte sich auf keinen spezifischen Zeitplan für weitere Maßnahmen fest und bekräftigte den „datenabhängigen und von Sitzung zu Sitzung erfolgenden Ansatz“ der Bank.global.morningstar