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english.newsenglish.newsbusinesstimesDie Inflation in der Eurozone ist im August auf 3,3 Prozent gestiegen, nach 2,9 Prozent im Juli. Die rasant steigenden Energiekosten, angeheizt durch die Spannungen im Nahen Osten, erschweren die geldpolitischen Aussichten der Europäischen Zentralbank vor ihrer Sitzung in der kommenden Woche.
Vorläufige Daten von Eurostat vom Dienstag zeigen, dass die Energiepreise im August im Jahresvergleich um 14,3 Prozent gestiegen sind. Dies stellt eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Anstieg von 10,3 Prozent im Juli dar und ist der stärkste Zuwachs unter den Hauptkomponenten der Inflation. Der Preissprung erfolgte, als die internationalen Ölpreise angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der Sorge vor möglichen Lieferengpässen in der Straße von Hormus ein Sechswochenhoch erreichten. Die Nordseesorte Brent stieg kurzzeitig auf über 97 US-Dollar pro Barrel, bevor sie sich wieder auf rund 95 US-Dollar einpendelte, während die US-Sorte West Texas Intermediate nahe 92 US-Dollar gehandelt wurde.english.news
Auch der europäische Gasmarkt steht zunehmend unter Druck. Die EU-Gasspeicher sind nur zu rund 65,6 Prozent gefüllt, der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 15 Jahren. Zudem sind die europäischen Gaspreise in den letzten zwei Monaten um mehr als 75 Prozent gestiegen und haben den höchsten Stand seit über drei Jahren erreicht, wie die Financial Times unter Berufung auf die London Stock Exchange Group plc und die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.english.news
Die Auswirkungen machen sich in der gesamten Wirtschaft bemerkbar. Die EZB-Ökonomin Kristina Barauskaite Griskeviciene erklärte, die steigenden Energiepreise seien zu einem wichtigen Treiber des erneuten Inflationsanstiegs geworden, was eng mit dem Nahostkonflikt und den Schifffahrtsstörungen in der Straße von Hormus zusammenhänge. Alain Durre, Chefökonom für Europa bei Natixis, warnte, dass steigende Preise für Diesel, Benzin und Lebensmittel die Verbraucher direkt treffen würden. Ein anhaltender Druck könnte zudem die kurzfristigen Inflationserwartungen nach oben treiben und zu höheren Lohnforderungen führen. Energieintensive Branchen wie die Stahl- und Chemieindustrie sind von den gestiegenen Produktions- und Transportkosten besonders betroffen.english.news
Die europäischen Aktienmärkte spiegelten diese Verunsicherung wider. Der Stoxx 600 beendete die Woche mit einem Minus von 0,8 Prozent, belastet von Inflationssorgen und steigenden Rohölpreisen. Eine späte Erholung am Freitag, angeführt von Volkswagen nach einer Einigung mit den Gewerkschaften über einen Sanierungsplan, verhalf dem Index am Ende des Tages jedoch zu einem knappen Plus.businesstimes
Der erneute Inflationsdruck kommt nur wenige Tage vor der geldpolitischen Sitzung der EZB im September. Eine am Donnerstag veröffentlichte Reuters-Umfrage zeigte, dass Ökonomen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte rechnen. JPMorgan und BNP Paribas gehen zudem von einer weiteren Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember aus, da die hohen Energiepreise die Argumente für eine weitere Straffung untermauern. Carsten Brzeski, globaler Leiter des Makrobereichs bei ING Research, erklärte, die EZB stehe vor „einem schwierigen Spagat zwischen der Eindämmung der Inflation und der Vermeidung einer Rezession im Falle eines Energieschocks“.businesstimes+1