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malaymailinstagram+1malaymailAnhaltende Hitzewellen und Dürre verlangen der europäischen Wirtschaft in diesem Sommer einen beispiellosen Preis ab. Sie stören die Schifffahrt, belasten die Stromsysteme und verwüsten die Landwirtschaft, dennoch eilen die Finanzmärkte von einem Rekordhoch zum nächsten.
Das Ausmaß der Schäden wird zunehmend deutlich. Die französische Umweltministerin Monique Barbut erklärte vergangene Woche, dass die direkten und indirekten Kosten des Sommers 10 bis 15 Milliarden Euro erreichen könnten, was etwa 0,5 Prozent des französischen BIP entspricht. Für die gesamte EU schätzt die niederländische Triodos Bank die Hitzekosten auf 180 Milliarden Euro, etwa 1 Prozent des BIP. Das entspricht laut Politico nahezu dem gesamten prognostizierten Wirtschaftswachstum der EU für das Jahr 2026.reuters+2
Das Joint Research Centre der Europäischen Kommission berichtete am 11. August, dass sich die Hälfte des Gebiets der EU und Großbritanniens in einem Zustand der Dürre befand. Frankreich verzeichnete den heißesten Juli seit 1900, wobei die Niederschläge fast 70 Prozent unter dem saisonalen Durchschnitt lagen. In Österreich hat die Dürre geschätzte landwirtschaftliche Verluste von 1 Milliarde Euro verursacht, nachdem in einigen Regionen seit Mitte Juni mehr als 75 Prozent weniger Regen als üblich fiel. Politico schätzt, dass während der rekordverdächtigen Hitzewelle von Mitte Juni bis Anfang Juli in den sechs am stärksten betroffenen europäischen Ländern mindestens 14.000 Hitzetote zu beklagen waren.politico+2
Der Rhein, die Lebensader der nordeuropäischen Industrie, fiel am wichtigen Pegel Kaub am 14. August auf nur noch 9 Zentimeter und erreichte damit erstmals in der Geschichte der Messstation einen einstelligen Wert. Vertreter des Duisburger Hafens warnten laut DW, dass der Betrieb nahezu zum Stillstand gekommen sei. Thyssenkrupp drosselte die Roheisenproduktion in seinem Duisburger Werk, nachdem das Niedrigwasser die Rohstofflieferungen gestört hatte. Auf der Donau zwang der niedrige Wasserstand das ungarische Kernkraftwerk Paks zu drastischen Einschränkungen und reduzierte die Leistung auf rund 10 Prozent seiner Kapazität von 2.000 Megawatt.instagram+3
Die Erdgaspreise sind als Reaktion darauf kräftig gestiegen. Der europäische Referenz-Gaskontrakt schloss am 13. August bei 61 Euro pro Megawattstunde, fast doppelt so hoch wie am selben Tag des Jahres 2025, wie CNN berichtete.cnn
Trotz der steigenden Verluste erreichten die Börsen in Paris, Frankfurt, Madrid und Mailand im August Rekordhochs, ebenso wie die wichtigsten Indizes der Wall Street. "Die Finanzmärkte neigen zur Kurzssichtigkeit", schrieben Analysten von Metzler Asset Management und merkten an, dass Klimarisiken "nicht zu diesen Marktzyklen passen". John Plassard von Cite Gestion in Genf erklärte, die Anleger befänden sich in "vollständiger Leugnung", und sagte gegenüber AFP: "Egal in welchem Sektor, ob Technologie oder Pharma, sprechen Unternehmen heute nicht über Hitzewellen".malaymail
Analysten warnen, dass diese Entkopplung nicht von Dauer sein dürfte. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote mahnte, das längerfristige Risiko sei "potenziell stagflationsfördernd: Der Klimawandel könnte gleichzeitig Produktivität und Wachstum schwächen und gleichzeitig die Kosten für Lebensmittel, Energie und Versicherungen sowie letztlich die Inflation strukturell nach oben treiben".malaymail