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oilprice+1reuters+1voltstackEuropäische Käufer überbieten derzeit asiatische Konkurrenten bei Ladungen von Flüssigerdgas (LNG), da die Spotpreise seit Februar um 150 Prozent gestiegen sind. Dies wird durch die anhaltende Schließung der katarischen Exportanlagen und die breitere Energiekrise infolge der amerikanisch-israelischen Luftkampagne gegen den Iran vorangetrieben. Da die Gasspeicher der EU nur zu 69,3 Prozent gefüllt sind, fast 16 Prozentpunkte unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt, haben europäische Importeure kaum eine andere Wahl, als vor dem Winter jeden Preis zu zahlen, den der Markt verlangt.oilprice+1
Asiens LNG-Importe steuern auf den schwächsten September seit acht Jahren zu, mit geschätzten Ankünften von 20,09 Millionen Tonnen gegenüber 22,27 Millionen Tonnen vor einem Jahr, so die von Reuters zitierten Daten von Kpler. Preissensible Käufer auf dem gesamten Kontinent weichen auf Kohle und andere Alternativen aus, da der Spotpreis für LNG in der Woche zum 11. September 26 Dollar pro Million British Thermal Units erreichte.reuters+1
Europa hingegen bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung. Die Importe werden diesen Monat voraussichtlich 7,98 Millionen Tonnen erreichen und könnten im Oktober auf 10,53 Millionen Tonnen steigen, so Kpler. Die jährlichen europäischen LNG-Importe werden voraussichtlich den Rekord des Vorjahres von 125,20 Millionen Tonnen übertreffen, wobei bis August bereits 117,01 Millionen Tonnen geliefert wurden. Diese Dynamik markiert eine Umkehrung gegenüber Juli, als asiatische Spotprämien kurzzeitig flexible US-Ladungen von Europa wegzogen.oilprice+1
Der Versorgungsengpass geht auf die iranischen Raketenangriffe auf die katarische Anlage Ras Laffan im März zurück, die etwa 12,8 Millionen Tonnen jährliche LNG-Kapazität ausschalteten, was etwa 17 Prozent der Exporte des Landes entspricht. QatarEnergy hat die Force-Majeure-Erklärungen wiederholt verlängert, zuletzt bis mindestens Mitte Oktober. Unterdessen bleibt die Straße von Hormus seit Beginn des Konflikts Ende Februar für die kommerzielle Schifffahrt weitgehend blockiert.wikipedia+4
Die Störungen gehen weit über Gas hinaus. Morgan Stanley warnte am 20. September, dass die Ölmärkte mit Aufwärtsrisiken konfrontiert seien, wobei Brent im vierten Quartal durchschnittlich 100 Dollar pro Barrel kosten soll. Grund dafür seien die eingeschränkten Ströme durch Hormus, die Stilllegung der Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens und Rekordraten bei Tankerfrachten. Die Raten für Rohöltanker vom Typ VLCC erreichten laut Clarksons Research am 12. September ein Allzeithoch von etwa 451 000 Dollar pro Tag.tribuneindia+2
Europas verzögerter Beginn der Gaseinkäufe hat das Problem verschärft. Käufer spekulierten Anfang des Jahres auf eine schnelle Lösung des Nahostkonflikts und eine Rückkehr der katarischen Lieferungen, wodurch sie die Lagerauffüllung hinauszögerten. Diese Wette ist nicht aufgegangen. Um bis zum 1. November ein Speicherziel von 90 Prozent zu erreichen, müsste die EU in 42 Tagen etwa 21 Prozentpunkte hinzufügen, ein Tempo, das weit über der aktuellen täglichen Nachfüllrate liegt.voltstack
China mildert die globalen Auswirkungen teilweise ab, indem es sich auf langfristige Verträge und russisches Leitungsgas stützt, anstatt aggressiv auf dem Spotmarkt zu konkurrieren. Doch für europäische Verbraucher, die bereits die Kosten der Sanktionen gegen russische Energie tragen, droht ein weiterer teurer Winter.oilprice