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thehill+1reutersecb-watchDer Euro legte am Freitag leicht zu, baute seine Gewinne den zweiten Tag in Folge aus und steuerte darauf zu, eine zweiwöchige Verlustserie gegenüber dem Dollar zu beenden, nachdem ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht die Erwartungen für eine kurzfristige Straffung durch die Federal Reserve dämpfte. Die schwindenden Aussichten auf weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank könnten jedoch das Aufwärtspotenzial der Gemeinschaftswährung begrenzen.
EUR/USD stieg am Freitag laut Referenzkursdaten der EZB auf etwa 1,145, nachdem das US-Arbeitsministerium am Donnerstag gemeldet hatte, dass die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im Juni nur um 57.000 gestiegen waren – etwa die Hälfte der von Ökonomen prognostizierten 110.000. Revisionen zogen weitere 74.000 Stellen von den Zahlen für April und Mai ab, was die Anzeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt verstärkte.thehill+1
Der Dollar-Index fiel nach dem Bericht stark und sank am Donnerstag um 0,66 %, da Händler die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Juli auf unter 20 % senkten. Die Terminmärkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % für eine Zinserhöhung im September ein, gegenüber etwa 75 % vor den Daten. Der Leitzins der Fed liegt derzeit bei 3,50 % bis 3,75 %.reuters+2
„Die Verlangsamung des Beschäftigungswachstums stellt das Narrativ einer erneuten Stärke des Arbeitsmarktes in Frage, das sich in den letzten Monaten aufgebaut hat, unterstreicht aber vor allem die Ansicht, dass die Federal Reserve kaum unter Druck steht, die Geldpolitik zu straffen“, schrieb Seema Shah, Chef-Globalstrategin bei Principal Asset Management.reuters
Während die Schwäche des Dollars den Euro von seinem jüngsten Tiefstand nahe 1,1383 zu Wochenbeginn gehoben hat, warnen Analysten, dass die Gewinne begrenzt bleiben könnten. Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 93 % ein, dass die EZB die Zinsen bei ihrer Sitzung am 23. Juli unverändert lässt, und die Erwartungen für einen Schritt im September haben abgenommen.ecb.europa+1
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte am Mittwoch auf dem jährlichen Sintra-Forum der Zentralbank, dass die Risiken für Inflation und Wachstum im Euroraum „wahrscheinlich breiter ausgeglichen sind als noch vor wenigen Wochen“, so Bloomberg. Die Äußerungen verstärkten die Ansicht, dass die EZB-Zinserhöhung im Juni – die erste seit 2023, die den Einlagensatz auf 2,25 % anhob – eine einmalige Angelegenheit gewesen sein könnte.bloomberg+1
ING prognostizierte im Juni, dass EUR/USD im Juli in den Bereich von 1,13 bis 1,14 gedrückt werden könnte, was darauf hindeutet, dass das Paar nun nahe am oberen Ende seiner erwarteten kurzfristigen Spanne gehandelt wird. J.P. Morgan sieht EUR/USD in den nächsten drei Quartalen ebenfalls zwischen 1,13 und 1,15 schwanken.think.ing+1
Der Kurs des Euro hängt nun davon ab, ob eingehende Daten eine weitere Straffung durch die EZB stützen oder bestätigen, dass die Erhöhung im Juni eine Vorsichtsmaßnahme war. Da die Dynamik des US-Arbeitsmarktes nachlässt und die Fed abwartet, steht der Dollar vor Gegenwind – aber die Gewinne der Gemeinschaftswährung bleiben durch den unsicheren geldpolitischen Pfad des Euroraums begrenzt.