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ansa+1reuters+1energyconnectsDer CEO von Eni , Claudio Descalzi, erklärte am Mittwoch vor dem italienischen Parlament, dass die erneute iranische Blockade der Straße von Hormus die globale Energielandschaft grundlegend verändert habe. Er warnte, dass die aktuellen Marktpreise das Ausmaß der geopolitischen Risiken für die Energieversorgung nicht vollständig widerspiegeln.ansa+2
Descalzi mahnte, dass strategische Reserven das wahre Ausmaß der Störung verschleiern und ein gefährliches Missverhältnis zwischen Preissignalen und physischen Fundamentaldaten schaffen würden. Seine Äußerungen fielen in eine Zeit, in der die Ölpreise nach einer neuen Welle von US-Angriffen auf iranische Militäranlagen, die den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Wasserstraße sichern sollten, nahe einem Einmonatshoch verharrten.reuters+3
Die Aussage des Eni-Chefs vor dem Parlament erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt im US-Iran-Konflikt. Laut Reuters startete Washington am Mittwoch neue Angriffe, um Irans Fähigkeit zu unterbinden, die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen. Am Donnerstag gaben die Ölpreise leicht nach, blieben aber auf hohem Niveau, wobei Brent-Rohöl nahe 84 Dollar pro Barrel notierte, nachdem es Anfang der Woche den höchsten Stand seit Mitte Juni erreicht hatte.reuters+2
Der Konflikt hat sich seit Anfang Juli rapide verschärft, als erneute Feindseligkeiten den Schiffsverkehr in der Meerenge fast zum Erliegen brachten. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation berichtete, dass 136 Schiffe evakuiert wurden und 2.900 Seeleute betroffen waren, während die Behörde allen Schiffen riet, die Durchfahrt zu meiden. Teheran weitete seine Angriffe am Wochenende des 12. Juli auf Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate aus, während Washington eine vorübergehende Sanktionsausnahme für iranisches Öl mit Wirkung zum 17. Juli aufhob.timesofindia.indiatimes+2
Descalzi hat in den letzten Wochen wiederholt vor der Verwundbarkeit Europas im Energiebereich gewarnt. In einem am 11. Juli veröffentlichten Interview mit Il Sole 24 Ore warnte er, dass sich die Energiekrise "kurzfristig verschärfen könnte", da die weltweiten Ölvorräte sinken und der Wettbewerb um Lieferungen zunimmt. Er warnte zudem, dass der Ölpreis bei anhaltenden Spannungen bis Anfang 2027 auf über 100 Dollar pro Barrel steigen könnte.bloomberg+3
Diese Warnungen spiegeln breitere Bedenken hinsichtlich der europäischen Energieresilienz wider. Der Energy Transition Index 2026 des Weltwirtschaftsforums stellte fest, dass die Störung in Hormus bestehende Schwachstellen in den Energiesystemen offengelegt hat, wobei importabhängige Volkswirtschaften am stärksten betroffen sind. Descalzi hat die EU zudem aufgefordert, das geplante Verbot russischer LNG-Importe, das im Januar 2027 in Kraft treten soll, zu überdenken, da Europa diese Mengen nicht schnell genug ersetzen könne.decode39+2
Energieaktien im FTSE 100 gehörten zu den Hauptprofiteuren der Ölpreisrallye, wobei Shell und BP von dem Anstieg der Rohölpreise profitierten. Der Index notierte inmitten der allgemeinen Marktspannungen nahe einem Sechs-Wochen-Hoch. Der Rohölpreis ist im letzten Monat aufgrund des eskalierenden Konflikts um mehr als 6 Prozent gestiegen.investments.halifax+3
Die Diskrepanz zwischen Descalzis Warnungen und der aktuellen Preisgestaltung unterstreicht eine zentrale Frage für die europäische Energiepolitik: ob die Märkte ausreichend auf eine länger anhaltende Störung einer der weltweit wichtigsten Öltransitrouten vorbereitet sind.