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reutersreuters+1globalbankingandfinanceDie Europäische Zentralbank prüft einen Plan, den Anteil an Bargeld, den Kreditgeber in der Eurozone auf unverzinsten Konten halten müssen, zu verdoppeln – ein Schritt, der auf sofortigen Widerstand der deutschen Bankenbranche gestoßen ist.
Sechs Quellen teilten Reuters am Montag mit, dass EZB-Entscheidungsträger darüber debattieren, ob die Mindestreserveanforderungen von 1 % auf 2 % der Kundeneinlagen und bestimmter anderer Finanzierungsformen der Banken angehoben werden sollen. Die Maßnahme würde dazu beitragen, die jährlichen Zinsausgaben des Eurosystems für überschüssige Reserven zu senken, die sich derzeit auf etwa 48,7 Milliarden Euro pro Jahr belaufen, basierend auf einem Einlagenzinssatz von 2,25 %, der auf etwa 2,16 Billionen Euro an überschüssiger Liquidität angewendet wird. Eine Verdoppelung der Pflichtreserven von derzeit 173,56 Milliarden Euro würde die kombinierte jährliche Zinsrechnung der EZB und ihrer 21 nationalen Zentralbanken um fast 4 Milliarden Euro senken.reuters+1
Der Vorschlag wurde vom EZB-Rat noch nicht formell erörtert, und Quellen beschrieben die internen Beratungen als in einem frühen Stadium befindlich. Eine Entscheidung wird vor dem Herbst erwartet.reuters
Der Bundesverband deutscher Banken zögerte nicht, seine Einwände zu äußern. In einer Erklärung am Mittwoch bezeichnete der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Heiner Herkenhoff, die potenzielle Erhöhung faktisch als Steuer für europäische Kreditgeber, die dazu führen würde, dass sie "im globalen Wettbewerb weiter zurückfallen".globalbankingandfinance
"Es wird zusätzliche Liquidität binden, die Rentabilität der Institute schwächen und ihren Spielraum für Investitionen und Kreditvergabe verringern", sagte Herkenhoff. "Gerade in Zeiten wachsender geopolitischer Unsicherheiten braucht Europa starke und wettbewerbsfähige Banken, keine zusätzlichen Wettbewerbsnachteile".globalbankingandfinance
Die Mindestreservequote lag bei der Einführung der Eurozone im Jahr 1999 bei 2 % und wurde im Januar 2012 auf 1 % halbiert. Seit Juli 2023 werden die erforderlichen Reserven mit 0 % verzinst, was bedeutet, dass jede Erhöhung die Ertragskraft der Banken bei den betroffenen Mitteln direkt verringert.ecb.europa+1
Die Debatte erinnert an einen ähnlichen Konflikt im Jahr 2023, als deutsche Banken sich gegen die Entscheidung der EZB wehrten, die Verzinsung der Mindestreserven vollständig einzustellen. Analysten haben geschätzt, dass eine Erhöhung der Mindestreserven um einen Prozentpunkt den Nettozinsertrag der Banken in der Eurozone um etwa 1,7 % und den Gewinn vor Steuern um etwa 3,3 % senken könnte, wobei die Auswirkungen je nach Zuständigkeitsbereich variieren. Der Vorschlag tauchte während des jährlichen EZB-Forums im portugiesischen Sintra auf, wo sich Entscheidungsträger diese Woche versammelten, um die wirtschaftlichen Aussichten angesichts der erhöhten Inflation und der handelsbezogenen Unsicherheit zu erörtern.bloomberg+2