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kfgoreuters+1reuters+1Die Europäische Zentralbank ist gut aufgestellt, um auf stark steigende Energiepreise zu reagieren, sollte jedoch vor ihrer September-Sitzung keine voreilige Zinsentscheidung treffen. Das sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Freitag, einen Tag nachdem die Notenbank die Zinsen unverändert gelassen, sich aber die Tür für eine weitere Straffung offengehalten hatte.
Nagels Äußerungen verstärkten zusammen mit falkenhaften Signalen anderer Ratsmitglieder die Markterwartungen, dass eine zweite Zinserhöhung in diesem Jahr auf der EZB-Sitzung am 10. September ansteht, während der Ölpreis nahe 100 US-Dollar pro Barrel verharrt und die Erdgaspreise weiter steigen.
"Der Zinsschritt im Juni hat uns bereits in eine gute Ausgangslage gebracht, von der aus wir die weiteren Entwicklungen genau beobachten können", erklärte Nagel in einer Stellungnahme. "Wir sehen im Nahen Osten, dass die Lage weiterhin äußerst fragil ist. Wir weisen nach wie vor eine hohe Unsicherheit auf."kfgo
Der Bundesbank-Chef betonte, dass sich die EZB nicht im Voraus auf einen Zinsschritt festlegen, sondern vor der September-Sitzung eingehende Daten analysieren sollte. Die EZB hatte ihren Einlagensatz im Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben: ihre erste Erhöhung seit September 2023 als Reaktion auf die durch den Nahostkonflikt angeheizte Inflation.global.morningstar+2
Die EZB beließ die Zinsen am Donnerstag wie allgemein erwartet unverändert, wobei EZB-Präsidentin Christine Lagarde bestätigte, dass eine Zinserhöhung diskutiert wurde, die Entscheidung für eine Pause jedoch einstimmig ausfiel. Die Pause spiegelt wider, dass der Energiepreisanstieg bislang keine Zweitrundeneffekte auf die Inflation ausgelöst hat.reuters+1
Eine im Vorfeld der Sitzung durchgeführte Reuters-Umfrage ergab, dass 70 % der Ökonomen, 52 von 74 Befragten, eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr erwarteten, voraussichtlich im September. Commerzbank-Analystin Antje Praefcke erklärte, der nächste Schritt auf 2,50 % werde im September erfolgen, was die Erwartungen der Märkte bestätige.fxstreet+1
Das Währungspaar EUR/USD handelte vor der Entscheidung am Donnerstag nahe 1,142 US-Dollar, gestützt durch falkenhafte EZB-Signale und einen wachsenden Konsens für einen Schritt im September. Die EZB-Eigeneinschätzungen vom Juni sehen die Gesamtinflation bei durchschnittlich 3,0 % im Jahr 2026 und 2,3 % im Jahr 2027, was auf kurze Sicht deutlich über dem Ziel von 2 % liegt.tradingeconomics+2
Die nächste geldpolitische Sitzung der EZB mit neuen Stabsprojektionen am 10. September wird in den kommenden Wochen der zentrale Orientierungspunkt für die Märkte sein. Die Währungshüter haben signalisiert, dass sie handeln werden, falls der Inflationsausblick dies erfordert.