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chosun+1theglobeandmail+1reuters+1Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, und die Bank of Korea lieferten sich diese Woche stark abweichende Einschätzungen darüber, ob der Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz die Inflation anheizen wird. Dies unterstreicht eine wachsende Kluft unter den Zentralbanken der Welt bei der Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie.
Während seiner ersten Anhörung vor dem Kongress als Fed-Chef sagte Warsh am Mittwoch vor dem Bankenausschuss des Senats, dass die massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur nicht zwangsläufig eine dauerhafte Inflation auslösen müssten. "Ich betrachte eine einmalige Preisänderung nicht unbedingt als inflationär, weil ich glaube, dass es eine Angebotsreaktion gibt", sagte er. Der Kommentar fiel während zweitägiger Anhörungen, in denen Warsh einen "Regimewechsel" bei der Fed zur Bekämpfung der Inflation versprach und gelobte, dass der Preisanstieg der letzten fünf Jahre "der Vergangenheit angehören wird".cnbc+3
Warsh hat zuvor argumentiert, dass KI die Kosten in der gesamten Wirtschaft senken und die Produktivität im Laufe der Zeit steigern werde. Sein Optimismus steht im Widerspruch zu einigen seiner eigenen Kollegen: Der Präsident der New York Fed, John Williams, sagte Anfang des Monats, dass die KI-getriebene Nachfrage nun seine größte Inflationssorge sei und Zinserhöhungen erzwingen könnte.linkedin+1
Stunden nach Warshs Auftritt im Senat erhöhte die Bank of Korea am Donnerstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,75 % – die erste Anhebung seit Januar 2023. Der Schritt spiegelt das Wachstum der Verbraucherpreise wider, das im Mai 3,1 % erreichte und damit deutlich über dem 2 %-Ziel der BOK lag. Gouverneur Shin Hyun-song hatte die Entscheidung vorab signalisiert und dem Parlament mitgeteilt, dass stärkeres Wachstum, eine Inflation über dem Zielwert und Risiken für die Finanzstabilität eine straffere Politik erforderlich machten.chosun+3
Bloomberg berichtete im Juni, dass die BOK davor warnte, dass KI-getriebene Halbleiter-Gewinne in Südkorea den allgemeinen Inflationsdruck anheizen könnten – eine Sorge, die direkt im Widerspruch zu Warshs Darstellung von KI als letztlich disinflationär steht. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass 28 von 31 Ökonomen bis Jahresende mindestens eine weitere Zinserhöhung der BOK erwarten, was den Zinssatz auf 3 % bringen würde.reuters+2
Die Divergenz unterstreicht eine breitere Frage, mit der politische Entscheidungsträger weltweit konfrontiert sind: ob die aktuelle Phase des KI-Ausbaus – mit ihrer steigenden Nachfrage nach Energie, Chips und Rechenzentren – einen vorübergehenden Angebotsschock oder eine anhaltende Quelle für Preisdruck darstellt. Der Chefökonom von Apollo Global Management , Torsten Slok, hat argumentiert, dass der KI-Boom in seinen frühen Stadien "sicherlich inflationär sein wird" und damit die Zinssenkungen verzögert, die Warsh als möglich angedeutet hatte. Die nächste Zinsentscheidung der Fed ist für den 28. bis 29. Juli geplant, wobei die Märkte weitgehend davon ausgehen, dass die Zinsen unverändert bleiben.nbcnews+2