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thejakartapost+1malaymailthejakartapostDie 20. Asienspiele in Nagoya, Japan, sind am Samstag offiziell eröffnet worden. Der feierlichen Zeremonie war eine turbulente Vorbereitungsphase vorausgegangen, die von einem diplomatischen Zwischenfall um Taiwan und einer Reihe logistischer Probleme geprägt war, welche die Organisatoren des weltweit größten Multisport-Events auf eine harte Probe stellten.
Nur wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier räumte der Präsident des Olympic Council of Asia, Scheich Joaan bin Hamad Al Thani, ein, dass die Politik bereits Einzug in die Spiele gehalten habe. Am Freitag war Taiwans Sportminister Lee Yang, zweifacher Olympiasieger im Badminton, zunächst der Zutritt zur Flaggenhissung der taiwanischen Delegation verwehrt worden, woraufhin das Team aus Protest die Teilnahme verweigerte. Lee durfte schließlich doch teilnehmen, die Zeremonie begann jedoch mit mehr als einer Stunde Verspätung. Taiwans Kabinett sprach von einer "unangemessenen Behinderung" Lees, obwohl dieser über die erforderliche Akkreditierung verfügt habe.thejakartapost+1
Scheich Joaan erklärte vor Journalisten, ihm seien die Details nicht bekannt, stellte jedoch seinen Standpunkt klar: "Ich denke nicht, dass Politiker oder die Politik im Sport etwas zu suchen haben. Das ist meine Meinung." OCA-Generaldirektor Husain Al-Musallam fügte hinzu, die Zeremonie sei für die Teilnehmer der Spiele gedacht gewesen, "nicht für Delegationen aus Ministerien oder Regierungen".thejakartapost
Die politischen Spannungen waren jedoch nur eine von mehreren Sorgen der Organisatoren. Mit einer Rekordzahl von 43 Sportarten und 469 Medaillenentscheidungen sowie über 11.000 Athleten aus 45 Delegationen übertreffen die Spiele sogar die Olympischen Spiele in Paris mit ihren rund 10.700 Athleten. Durch einen späten Ansturm bei den Anmeldungen schwoll die Gesamtzahl der Teilnehmer auf rund 17.000 an, was die Unterbringung vor enorme Herausforderungen stellte.nwasianweekly+1
Da es kein klassisches Athletendorf gibt, sind die Sportler in einer Mischung aus provisorischen Wohncontainern, Hotels und dem italienischen Kreuzfahrtschiff Costa Serena untergebracht. Mehrere Teams beklagten die Qualität der Container, unter anderem wegen zu kurzer Betten. Einige Athleten strandeten zudem am Flughafen, weil der Transport nicht funktionierte. Bei einer weiteren Panne wurde am Freitag fälschlicherweise die nordkoreanische Nationalhymne für die südkoreanische Eishockey-Nationalmannschaft der Herren gespielt. "Das ist ein wirklich ernstes Problem", sagte Südkoreas Trainer Min Tae-seok.malaymail+1
Trotz der Probleme werden die Spiele während ihrer 16-tägigen Dauer bis zum 4. Oktober hochkarätigen Sport bieten. China schickt mehr als 800 Athleten, darunter 36 Olympiasieger, und wird den Medaillenspiegel voraussichtlich wieder dominieren, nachdem das Land vor drei Jahren in Hangzhou 201 Goldmedaillen geholt hatte. Der philippinische Tennisstar Alex Eala, Nummer 18 der WTA-Weltrangliste, verzichtete auf die Teilnahme an den obligatorischen China Open, um hier anzutreten. Zu den weiteren Hoffnungsträgern gehören die erst 13-jährige chinesische Schwimmerin Yu Zidi und der srilankische Speerwerfer Rumesh Tharanga Pathirage.nwasianweekly+1
Dennoch hält sich das öffentliche Interesse im Gastgeberland in Grenzen. Mitarbeiter einer Touristeninformation im Tokioter Stadtteil Shibuya zeigten sich überrascht, dass die Spiele überhaupt schon begonnen hatten. "Vielleicht schenken die Menschen dem Ganzen mehr Aufmerksamkeit, wenn die japanischen Athleten anfangen, Medaillen zu gewinnen", sagte ein Mitarbeiter.thejakartapost