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expats+1.expats+2.english.radio.arkeonews+1.expats.Archäologen haben in der Nähe von Hradec Králové in der Tschechischen Republik eine riesige keltische Siedlung ausgegraben, die mehr als 2.200 Jahre bis in die La-Tène-Zeit zurückreicht und dem Stamm der Boier zugeschrieben wird – einer mächtigen keltischen Gruppe, die Böhmen ihren Namen gab und eine bedeutende Präsenz in Mitteleuropa etablierte, die für ihre fortgeschrittenen Metallverarbeitungsfähigkeiten und kulturellen Beiträge bekannt war.
Die Boier, ein mächtiger keltischer Stamm, der während der Eisenzeit in Mitteleuropa lebte, hinterließen einen unauslöschlichen Eindruck in der Geschichte und Geografie der Region. Der Name "Böhmen" leitet sich von "Boiohaemum" ab, was "Heimat der Boier" bedeutet – ein Beweis für ihre historische Bedeutung in der heutigen Tschechischen Republik. Im Gegensatz zu vielen anderen keltischen Gruppen ließen sich die Boier bereits Jahrhunderte vor der Ankunft slawischer Völker in diesem Gebiet nieder, wobei archäologische Beweise ihre Präsenz bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. bestätigen, obwohl sie sich möglicherweise schon im 8. Jahrhundert v. Chr. dort angesiedelt haben.tresbohemes
Die historische Reise der Boier war von Migration und Konflikten geprägt. Ursprünglich Bauern in Mitteleuropa, erweiterten sie ihr Territorium erheblich, wobei archäologische Beweise ihre Bewegung von Böhmen durch das Glatzer Kessel (Kłodzko-Tal) nach Schlesien im 2. Jahrhundert v. Chr. belegen. Sie gründeten Siedlungen wie Strážovice bei České Budějovice, wo Archäologen Keramikfragmente und Metallgegenstände freigelegt haben, die Einblicke in ihren Alltag bieten. Obwohl sie vor der Zeitenwende schließlich von germanischen Stämmen vertrieben und später bis 8 n. Chr. in das Römische Reich eingegliedert wurden, blieb ihr kultureller Einfluss bestehen. Heute wird ihr Erbe durch Projekte wie "Celtic Europe" wiederentdeckt und gefeiert, das in die Ausgrabung, Erhaltung und Förderung keltischer Stätten in ganz Böhmen investiert hat.wikipedia+3
Die Ausgrabung in Hradec Králové hat eine Schatzkammer an Artefakten aus der La-Tène-Zeit hervorgebracht, die die künstlerische Raffinesse und Handwerkskunst des keltischen Stammes der Boier zeigen. Ähnlich wie bei den Funden an der gleichnamigen La-Tène-Stätte in der Schweiz hat die Siedlung eine beeindruckende Sammlung von Metallarbeiten enthüllt, insbesondere Eisenwaffen, darunter aufwendig verzierte Schwerter, Speerspitzen und Schildbuckel, die die charakteristischen geschwungenen, kurvilinearen Muster der La-Tène-Kunst aufweisen. Diese Waffen waren nicht nur funktional, sondern dienten als Statussymbole, wobei viele die typischen künstlerischen Elemente der Kultur zeigten: stilisierte Masken, geschwungene geometrische Formen, pflanzliche Motive und fantastische Kreaturen.worldhistory+1
Die Stätte hat auch zahlreiche persönliche Schmuckstücke und praktische Gegenstände hervorgebracht, die das tägliche Leben in der Siedlung beleuchten:
thecollector+1wikipedia+1uwithumlaut.wordpress+1swissinfo+1wikipediaDiese Artefakte, die in bemerkenswertem Zustand erhalten geblieben sind, bieten unschätzbare Einblicke sowohl in die praktischen Fähigkeiten als auch in das künstlerische Empfinden der Boier und bestätigen ihren Platz innerhalb der breiteren kulturellen Tradition der La-Tène-Zeit, die von 5. bis 1. Jahrhundert v. Chr. in ganz Europa florierte.thecollector
Das in der Nähe von Prag gelegene keltische Oppidum Závist gilt als die größte keltische Höhensiedlung in Mitteleuropa und als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Böhmens. Diese beeindruckende Siedlung wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet und erreichte ihren Höhepunkt um 180 v. Chr., als sie sich auf über 100 Hektar (insgesamt etwa 170 Hektar) befestigter Fläche ausdehnte. Die strategische Bedeutung der Stätte zeigt sich in ihrer Lage mit Blick auf den Zusammenfluss der Moldau und der ursprünglichen Berounka.myczechwalks+3
Das Oppidum verfügt über bemerkenswerte Verteidigungsanlagen mit Befestigungsmauern, die insgesamt mehr als 9 Kilometer lang sind. Archäologische Ausgrabungen zwischen 1963 und 1990 enthüllten eine hochentwickelte Siedlung, die eine Akropolis (die älteste monumentale Steinstruktur, die in der Region entdeckt wurde), Hofgebäude, Werkstätten und Lagerbereiche umfasste. Die Stätte weist Anzeichen mehrerer Angriffe auf, wobei Mauern und Tore vor ihrer endgültigen Aufgabe zwischen 30 und 20 v. Chr. wiederholt wieder aufgebaut wurden. Heute, obwohl von Wald bedeckt, sind Teile der Befestigung noch sichtbar, wobei Wanderwege und Informationstafeln Besucher durch dieses Zeugnis der fortgeschrittenen Zivilisation des keltischen Stammes der Boier führen.cgg.mff.cuni+3