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reuterscbsnews+1mlq+1Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt die Ölpreise erneut auf ein Niveau, das die Rentabilität von Fluggesellschaften weltweit bedroht. Rohöl nähert sich der Marke von 110 Dollar pro Barrel, während die Kosten für Kerosin etwa 45 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Der Preisanstieg, ausgelöst durch erneute Angriffe nahe der Straße von Hormus, belastet Aktien aus der Luftfahrt- und Kreuzfahrtbranche und zwingt die Unternehmen zu schmerzhaften Entscheidungen zwischen Gewinnverlusten und Preiserhöhungen.
Die griechische Aegean Airlines meldete am Montag einen Nettoverlust von 3,3 Millionen Euro für das erste Halbjahr, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Gewinn von 47,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg zwar um 4 Prozent auf 816,6 Millionen Euro und das Passagieraufkommen um 3 Prozent auf 7,8 Millionen, doch höhere Treibstoffpreise und Emissionsabgaben führten trotz Absicherungsgeschäften zu einer negativen Nettoauswirkung von 40 Millionen Euro. CEO Dimitris Gerogiannis erklärte, Aegean Airlines plane für die nächsten sechs bis acht Monate eine disziplinierte Kapazitätsplanung, da die Kerosinpreise weiterhin doppelt so hoch seien wie zu Jahresbeginn.reuters
Dieses Muster zeigt sich weit über Athen hinaus. In den USA fielen American Airlines um 5 Prozent, United Airlines um 4 Prozent, während Delta und JetBlue Anfang des Monats mit dem Anstieg der Rohölpreise um 3 Prozent nachgaben. American Airlines hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 bereits zweimal gesenkt und verwies dabei auf Treibstoffkosten von etwa 4 Dollar pro Gallone. Daten des Bureau of Transportation Statistics zeigten, dass US-Fluggesellschaften im Juli 3,40 Dollar pro Gallone zahlten, was einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.kavout+2
Der jüngste Preissprung folgt auf erneute Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, einem Nadelöhr für etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung. Innerhalb einer Woche Anfang September wurden mindestens 15 Schiffe von iranischen oder US-amerikanischen Kräften angegriffen, was den Preis für Brent-Rohöl erstmals seit Juli über 100 Dollar pro Barrel steigen ließ. Die US-Energiebehörde EIA hob ihre Preisprognose für Brent-Öl für 2026 auf durchschnittlich etwa 91 Dollar pro Barrel an, da im August 6,7 Millionen Barrel pro Tag an Produktion im Nahen Osten ausfielen. Goldman Sachs warnte, dass die Preise 120 Dollar übersteigen könnten, sollten sich die Angriffe im Persischen Golf und im Roten Meer weiter intensivieren.democracynow+3
Nicht alle Fluggesellschaften reagieren gleich. Der CEO von Etihad Airways, Antonoaldo Neves, erklärte, dass der harte Wettbewerb unter den Anbietern im Nahen Osten dazu führe, dass steigende Treibstoffkosten vorerst nicht an die Passagiere weitergegeben würden. Gegenüber Bloomberg sagte er, die Treibstoffpreise müssten länger auf hohem Niveau bleiben, bevor Preiserhöhungen in Betracht gezogen würden. Dennoch sind die US-Flugpreise bis Juli bereits um 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Eine Analyse von Seeking Alpha wies darauf hin, dass Fluggesellschaften ohne Treibstoffabsicherung, darunter Carnival im Kreuzfahrtsektor sowie American Airlines, dem höchsten Risiko ausgesetzt sind.bloomberg+2