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reutersreuters+1reutersBYD, Chinas größter Hersteller von Elektrofahrzeugen, gab am Montag Pläne bekannt, im nächsten Jahr seinen ersten schweren Lkw in Europa auf den Markt zu bringen und langfristig Lkw auf dem Kontinent zu fertigen. Damit will sich das Unternehmen angesichts wachsender Handelsspannungen als lokaler Akteur positionieren.
"Langfristig werden wir alles, was wir in Europa verkaufen, auch hier lokal produzieren", sagte Stella Li, Executive Vice President und Leiterin des internationalen Geschäfts bei BYD, am Pressetag der IAA Transportation in Hannover. "Wenn man alles lokal produziert, ist das in Ordnung. Wir werden zu einem europäischen Unternehmen."reuters+1
Die Ankündigung erfolgt zu einer Zeit, in der europäische Lkw-Hersteller Brüssel dazu drängen, protektionistische Maßnahmen auf den Nutzfahrzeugsektor auszuweiten. Die Marke MAN von Traton hat die Europäische Union aufgefordert, Zölle auf chinesische Elektro-Lkw zu erheben, ähnlich denen, die bereits für in China hergestellte Elektro-Pkw gelten. Diese unterliegen derzeit einem Ausgleichszoll von 17 Prozent zusätzlich zum regulären Importzoll von 10 Prozent.investing+2
Li erkannte den Druck an, bezeichnete ihn jedoch als vorübergehend. "Wir mögen diese Zölle nicht, weil sie niemandem nützen, aber wir müssen damit umgehen", sagte sie und fügte hinzu, dass Zölle kurzfristige Hindernisse seien, bis die lokale Produktion etabliert ist.reuters
Die Lkw-Ambitionen von BYD sind Teil einer umfassenderen Expansion in die europäische Fertigung. Das Unternehmen baut bereits ein Pkw-Werk im ungarischen Szeged, wo die Serienproduktion voraussichtlich nächstes Jahr beginnen wird. Li erklärte, BYD plane, europäischen Flottenbetreibern ein Komplettpaket an Dienstleistungen anzubieten, einschließlich Finanzierung, solarbetriebener Ladeinfrastruktur und einem Werkstattnetz mit mobiler Pannenhilfe.investing+1
Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend unter chinesischen Automobilherstellern wider, durch lokale Produktion Zollschranken zu neutralisieren. Chinesische Marken halten mittlerweile 15 Prozent des europäischen Marktes für batterieelektrische Fahrzeuge, eine Schwelle, die Anfang des Jahres erstmals überschritten wurde. Die IAA Transportation, die vom 15. bis 20. September in Hannover stattfindet, präsentiert in diesem Jahr 21 Lkw-Hersteller, verglichen mit 19 im Jahr 2024, wobei die Zahl der chinesischen Aussteller wächst.iaa-transportation+2