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bloombergFuTu NewsFuTu NewsÖlhändler ziehen sich aus längerfristigen Positionen zurück, da die Konflikte im Iran und in der Ukraine eine Marktprognose über die nächsten Monate hinaus nahezu unmöglich machen. Dies erklärte der Co-Leiter des globalen Ölhandels bei Morgan Stanley .
Brendan Ross sagte am Mittwoch auf der Asia Pacific Oil Conference in Singapur, dass Händler ihre Derivatepositionen auf kürzere Zeithorizonte konzentrieren und die Risiken, die sie einzugehen bereit sind, nüchterner analysieren.bloomberg+1
„Die Akteure steuern ihre Risiken präziser“, so Ross. „Sie haben klar definiert, welche Risiken sie tatsächlich eingehen wollen und welche zu unerwarteten, anhaltenden Verlusten führen könnten.“FuTu News
Laut Ross handeln die Akteure derzeit hauptsächlich Kontrakte für die kommenden drei bis sechs Monate, während die mangelnde Liquidität bei längerfristigen Kontrakten die allgemeine Flaute am Markt noch verstärkt. Die Marktteilnehmer überprüften ihre Portfolios und bauten Positionen ab, die sie nicht unbedingt halten wollen. Dieser Prozess entziehe insbesondere den späteren Monaten Liquidität, fügte er hinzu.bloomberg+1
Diese Verschiebung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Brent-Rohöl in dieser Woche zum ersten Mal seit Juli wieder die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten hat. Auslöser waren Bedrohungen sowohl für die Straße von Hormus als auch für die Meerenge Bab al-Mandab. Die USA erklärten, sie hätten fünf iranische Öltanker zerstört, woraufhin Teheran Vergeltungsmaßnahmen ankündigte, während Huthi-Milizen Angriffe auf saudi-arabische Energieanlagen starteten, was die Sorgen um die Sicherheit der Exporte über das Rote Meer neu entfachte.FuTu News+1
Seit Jahresbeginn schwankten die Brent-Preise grob zwischen 60 und 126 US-Dollar pro Barrel, wobei die Preise für raffinierte Produkte noch stärkere Ausschläge verzeichneten. Ross wies darauf hin, dass die Entkopplung zwischen physischen und Finanzmärkten bei raffinierten Produkten am ausgeprägtesten sei, da Produktions- und Handelsunterbrechungen das weltweite Angebot verknappt haben.FuTu News
Die sich rasch verändernde Lage zwischen Washington und Teheran, kombiniert mit den anhaltenden russischen und ukrainischen Feindseligkeiten und wiederholten ukrainischen Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur, macht langfristige Prognosen zu einem reinen Ratespiel. Die Analysten von BMI, einer Tochtergesellschaft von Fitch Solutions, erwarten zwar weiterhin eine vorläufige Einigung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bis Ende des dritten Quartals, doch die jüngsten militärischen Eskalationen haben diese Annahme auf die Probe gestellt.Energy Connects+2
Schifffahrtsdaten unterstreichen die Schwere der Störungen. Vorläufige Zahlen von Kpler zeigten, dass am 8. September nur sechs Frachtschiffe die Straße von Hormus passierten, was unter dem jüngsten 10-Tages-Durchschnitt von 12 liegt.FuTu News
Die Konzentration der Handelsaktivitäten auf kurzfristige Kontrakte schwächt die Preisfindung für spätere Monate, was die Geld- und Briefspannen vergrößert und dazu führt, dass selbst kleine Aufträge überproportionale Bewegungen auslösen können. Für Raffinerien und Kraftstoffverbraucher reicht die Absicherung allein über Rohöl-Futures zunehmend nicht mehr aus, um die Risiken abzudecken, die sich aus der Verknappung raffinierter Produkte und den stark steigenden Frachtkosten ergeben.FuTu News
Die Bank of America prognostiziert, dass Brent zwischen 95 und 120 US-Dollar pro Barrel gehandelt werden könnte, falls die begrenzten Störungen bis zum Jahresende anhalten. Sollte wichtige Energieinfrastruktur beschädigt werden, besteht das Risiko, dass die Preise 150 US-Dollar erreichen. Das Rohstoffteam von Morgan Stanley schätzt die Preisentwicklung angesichts der anhaltenden Angebotsunsicherheit weiterhin positiv ein.morganstanley+1
„Die Akteure handeln im Grunde nur noch kurzfristige Kontrakte“, sagte Ross, „während die Illiquidität bei längerfristigen Kontrakten den allgemeinen Mangel an Liquidität weiter verschärft.“FuTu News