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reuters+1finance.yahoo+1investing+1Volkswagen bestätigte am späten Freitag, dass für 2026 nur noch eine operative Marge von maximal 1 Prozent erwartet wird. Dies ist eine drastische Senkung gegenüber der bisherigen Prognose von 4 bis 5,5 Prozent, nachdem das Unternehmen Sonderbelastungen von rund 10 Milliarden Euro angekündigt hatte, die maßgeblich durch eine nicht zahlungswirksame Firmenwertabschreibung von 6 Milliarden Euro bei der Sparte Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG geprägt sind. Die Aktien von Volkswagen und Porsche setzten ihre Talfahrt am Montag fort, wobei Kepler Cheuvreux Volkswagen auf "Halten" und die Porsche Automobil Holding SE auf "Reduzieren" herabstufte.reuters+2
Die Gewinnwarnung markiert ein weiteres Kapitel der größten Umstrukturierung in der 89-jährigen Geschichte des größten europäischen Automobilherstellers. Konzernfinanzvorstand Arno Antlitz warnte laut Bloomberg, wie von Motor1 zitiert, dass "die Marktveränderungen tiefgreifend und dauerhaft" seien und man "keine Zeit zu verlieren" habe.motor1
Die Abschreibung von 6 Milliarden Euro spiegelt die sich verschlechternde Finanzlage von Porsche wider, nachdem das Unternehmen jahrelang einer der stärksten Gewinnbringer des Konzerns war. Der Sportwagenhersteller erzielte 2025 eine operative Marge von nur 1,1 Prozent, nach rund 9 Prozent im Jahr 2024. Grund dafür sind die einbrechende Nachfrage in China, wo die Auslieferungen im ersten Halbjahr 2026 um 32 Prozent zurückgingen, sowie US-Zölle und eine kostspielige Kehrtwende bei der Elektrostrategie. Porsche lieferte im ersten Halbjahr 2026 weltweit 122.306 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.autoevolution+1
Die Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtete am Samstag, dass die Umstrukturierungspläne von Volkswagen zusätzlich 4.100 Stellenstreichungen bei Porsche vorsehen, zusätzlich zu den bereits vereinbarten 9.000 Stellen. Dies würde die Gesamtzahl bis 2035 auf rund 13.000 Positionen erhöhen, was fast jedem dritten Mitarbeiter entspricht. Porsche-Chef Michael Leiters teilte den Mitarbeitern jedoch in einem internen Memo mit, das Reuters vorliegt, dass "keine Pläne bestehen, weitere 4.000 Stellen bei Porsche zu streichen".autoblog+2
Neben Porsche begründete Volkswagen die revidierte Prognose mit der anhaltenden Schwäche in China, wo der Gesamtmarkt um 20 Prozent geschrumpft ist, sowie mit dem schneller als erwartet verlaufenden Übergang zu batterieelektrischen Fahrzeugen, der die Margen sowohl bei der Marke VW als auch bei Audi unter Druck setzt. Rund 2 Milliarden Euro der zusätzlichen Belastungen entfallen auf Umstrukturierungskosten, Rückstellungen für Vorruhestandsregelungen und Abschreibungen auf das China-Geschäft.finance.yahoo+2
Markenchef Thomas Schäfer erklärte am Montag vor Mitarbeitern am Stammsitz in Wolfsburg, dass die 2024 vereinbarten Effizienzmaßnahmen nicht ausgereicht hätten und das Unternehmen das "Effizienzprogramm noch einmal deutlich verschärfen" werde. Die Äußerungen fielen vor dem Hintergrund von Protesten deutscher Automobilarbeiter im ganzen Land gegen die sich zuspitzende Krise.ua
Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte Anfang des Monats den "Future Plan 2030" gebilligt, der den Abbau von bis zu 100.000 Stellen im gesamten Konzern und eine mögliche Halbierung der Modellpalette vorsieht. Volkswagen erwartet nun für 2026 einen Konzernumsatz von rund 315 Milliarden Euro, nach 321,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. Ohne die 10 Milliarden Euro an Sondereffekten läge die bereinigte operative Marge bei rund 4 Prozent; die Prognose für den Netto-Cashflow im Automobilbereich von 3 bis 6 Milliarden Euro wurde beibehalten.autoevolution+3
Volkswagen wird am 29. Oktober Zwischenergebnisse veröffentlichen, während der Porsche Capital Markets Day am 7. Oktober in Weissach nun als erster großer Test für die Sanierungsstrategie von CEO Leiters vor dem Hintergrund der frisch bekannt gegebenen Abschreibung dienen wird.automotiveworld