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arabnews+1whc.unesco+1arabnewsDie Vereinten Nationen stehen kurz davor, mehrere Stätten weltweit als gefährdetes Welterbe einzustufen, darunter fünf Burgen im vom Krieg gezeichneten Südlibanon, eine biblische archäologische Stätte im besetzten Westjordanland sowie den russischen Baikalsee, während das UNESCO-Welterbekomitee ab diesem Wochenende im südkoreanischen Busan tagt.
Die 48. Sitzung des Welterbekomitees findet vom 19. bis 29. Juli im BEXCO-Kongresszentrum in Busan statt. Ab Freitag werden die 196 Mitgliedstaaten der UNESCO über neue Einträge sowohl in die Welterbeliste als auch in die Liste des gefährdeten Welterbes abstimmen.whc.unesco+2
Es wird erwartet, dass drei Stätten, die bisher auf keiner UNESCO-Liste stehen, im Eilverfahren direkt in das Verzeichnis der gefährdeten Stätten aufgenommen werden. Darunter befinden sich fünf Burgen im Südlibanon, einem Gebiet unter anhaltenden israelischen Militäroperationen. Eine davon, die Kreuzritterfestung Qalaat al-Chakif, auch bekannt als Beaufort-Burg, wurde im Mai von israelischen Truppen eingenommen. Die UNESCO gab Anfang Juni eine Erklärung ab, in der sie ihre Besorgnis über bestätigte Schäden an der Beaufort-Burg und der nahegelegenen Chama-Zitadelle äußerte.arabnews+3
Die archäologische Stätte Sebastia, die als biblisches Samaria im israelisch besetzten Westjordanland identifiziert wurde, soll ebenfalls im Eilverfahren aufgenommen werden. Palästinenser im angrenzenden Dorf sind seit langem auf den Tourismus zu den Ruinen angewiesen und befürchten, dass Israel den Zugang vollständig unterbinden könnte. Israel trat 2017 aus der UNESCO aus, bleibt aber Mitglied des Welterbekomitees.arabnews
Die Boma-Badingilo-Graslandschaften und Waldsavannen im Südsudan, durch die jährlich eine Million Antilopen und Gazellen zwischen dem Weißen Nil und der äthiopischen Grenze wandern, sollen aufgrund von Bedrohungen durch Krieg und Klimawandel ebenfalls direkt auf die Liste des gefährdeten Erbes gesetzt werden.economictimes+1
Neben den im Eilverfahren behandelten Stätten könnten mehrere Orte, die bereits den Welterbestatus besitzen, zusätzlich als gefährdet eingestuft werden. Der russische Baikalsee, der tiefste See der Welt, der 20 Prozent des ungefrorenen Süßwassers des Planeten enthält, ist durch Verschmutzung, Massentourismus, großflächigen Holzeinschlag und sinkende Wasserstände aufgrund eines flussaufwärts in der Mongolei gelegenen Staudamms bedroht. Ein UNESCO-Bericht aus dem Jahr 2023 warnte, dass der sibirische See ohne dringende Maßnahmen zur Umkehrung seiner "fortschreitenden ökologischen Degradierung" auf die Liste des gefährdeten Erbes gesetzt würde.whc.unesco+1
Die antike Stadt Tyros im Südlibanon, bereits ein Welterbe, ist ebenfalls ein Kandidat, nachdem schwere israelische Bombardements in den letzten Monaten ihre Überreste aus der Römerzeit beschädigt haben. Die antike griechische Siedlung Taurische Chersones auf der Krim, die laut der Ukraine seit der russischen Annexion 2014 unbefugten Ausgrabungen und großflächigen Bauarbeiten ausgesetzt ist, könnte ebenfalls hinzugefügt werden.arabnews+2
"Wir haben vielleicht nicht die Mittel, um Friedenstruppen zu entsenden… aber wir können eine Botschaft an die ganze Welt senden", sagte Lazare Eloundou Assomo, Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, gegenüber AFP. "Diese Stätten sind wichtig, und alles muss getan werden, um ihre Zerstörung zu verhindern."arabnews
Assomo betonte, eine Listung als gefährdet sei kein Tadel, sondern eine Maßnahme, um Staaten dabei zu helfen, "Finanzierung, Partner und Aufmerksamkeit" zu finden, um bedrohte Stätten besser zu schützen. Die Sitzung wird auch neue Einschreibungen prüfen, darunter die D-Day-Landungsstrände in der Normandie in Frankreich und zwei Theater, die im Amazonas-Regenwald in Brasilien errichtet wurden.arabnews